05.10.2020 Veranstaltung

6. Forum "Zukunft der Erinnerung"

Das Forum „Zukunft der Erinnerung“ bietet alljährlich Angehörigen ehemaliger KZ-Häftlinge und NS-Verfolgter, Mitarbeiter*innen von Gedenkstätten und Interessierten die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Im Zentrum des 6. Forums, das vom 11. bis 13. November 2020 stattfinden wird, stehen unterschiedliche Formen der Medialisierung von Erinnerung an den Nationalsozialismus. Melden Sie sich gerne an!

Medien spielen in der Erinnerungskultur eine immer größere Rolle. Sie bieten neue Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Geschichte und können helfen, das historische Geschehen im Geschichtsbewusstsein präsent zu halten. Vor dem Hintergrund zunehmender zeitlicher Distanz treten mediale Formen der Auseinandersetzung an die Stelle unmittelbarer Begegnungen mit Zeitzeug*innen der NS-Verbrechen. Sie bieten Angehörigen ehemals Verfolgter neue Möglichkeiten, ihre Perspektiven in eine zukunftsweisende Gedenkstättenarbeit „nach dem Ende der Zeugenschaft“ einzubringen. Auch hat die Corona-Pandemie zuletzt die Digitalisierung der Erinnerungskultur vorangetrieben.

Wir wollen uns der Medialisierung der Erinnerungskultur und ihrer Bedeutung für die Arbeit mit Nachkomm*innen ehemals Verfolgter von verschiedenen Seiten nähern: Das Projekt #WaswillstDutun präsentiert Instagram-Storys und Interviews zur Bedeutung von Familiengeschichte mit jungen Menschen, darunter Angehörige ehemaliger NS-Verfolgter aus der dritten und vierten Generation. Neben diesem Projekt werden beim Forum innovative Projekte von Verbänden und Initiativen aus Belgien, den Niederlanden, Spanien und Deutschland vorgestellt, in denen Angehörige ebenfalls als erinnerungskulturelle Akteur*innen in Erscheinung treten.

Diskutiert werden Formen digitalen Gedenkens (beispielsweise https://www.kz-gedenkstaetteneuengamme.de/75befreiung/), die an die Stelle der coronabedingt abgesagten Gedenkveranstaltungen zu 75 Jahren Befreiung der Konzentrationslager traten. Vorgestellt werden zudem verschiedene Formen des Storytellings zu den nationalsozialistischen Konzentrationslagern wie Romane, Graphic Novels und digitales Erzählen in sozialen Medien. In einer performativen Lesung wird ausgelotet, welche Möglichkeiten künstlerische Zugänge zu Erinnern und Gedenken bieten. Eine weitere Einheit widmet sich der Frage, wie die Produktionsbedingungen, die Rezeption und die pädagogische Nutzung lebensgeschichtlicher Interviews in den Gedenkstätten aussehen.

In Hamburg haben Angehörige ehemals Verfolgter gemeinsam mit Mitstreiter*innen einen neuartigen Erinnerungsort auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme verwirklicht. Was es mit dem „Ort der Verbundenheit“ auf sich hat und welche Bedeutung dabei den Medien Plakat und Webseite zukommt, berichten sie auf dem Forum. Im Anschluss daran und als Abschluss des Forums werden wir den Ort der Verbundenheit gemeinsam feierlich einweihen.

Eine Abendveranstaltung mit der KZ-Überlebenden Dita Kraus, die jüngst ihre Memoiren publiziert hat, war ebenfalls als Teil des Programms vorgesehen. Aufgrund der Pandemie ist dies leider nicht möglich. Die Veranstaltung wird daher online stattfinden. 

Aufgrund der Hygiene-Standards und Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie können wir leider nur eine begrenzte Zahl an Gästen empfangen. Wir bitten hierfür um Verständnis. Wer teilnehmen möchte, aber keinen Platz vor Ort mehr erhält, kann online per Videokonferenz teilnehmen.

Weitere Informationen und Anmeldung: Link zum Veranstaltungskalender

Programm (deutsch)
Programm (englisch)