28.11.2018 Ausstellung

Eine Stadt und ihr KZ. Ausstellung im Hamburger Rathaus

Häftlinge bei einer Sprengung in der Gerhofstraße Foto: Hugo Schmidt-Luchs, 24.10.1944. Ullsteinbild Berlin
Beispiele für Veranstaltungen im Rahmen des Begleitprogramms
Beispiele für Veranstaltungen im Rahmen des Begleitprogramms
Tafel aus der Ausstellung
Tafel aus der Ausstellung zum Thema KZ-Außenlager bei Hamburger Werften
Tafel aus der Ausstellung
Beispiel für eine Tafel aus der Ausstellung zum Thema Schwangerschaften und Geburten in KZ-Außenlagern
Tafel aus der Ausstellung
Tafel aus der Ausstellung zum Thema Selbstbehauptung und Widerstand

"Eine Stadt und ihr KZ. Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945" lautet der Titel einer Ausstellung, die die KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 im Rathaus zeigt.

Bis heute gelten Konzentrationslager vor allem als Terrorstätten der SS. Weitere Akteure, die am System dieser Lager und dem Leid der dort inhaftierten Frauen und Männer aus ganz Europa mitwirkten, davon profitierten oder es vorantrieben, geraten dabei oft aus dem Blick. So hatte die Hansestadt Hamburg erheblichen Anteil an der Gründung und dem Ausbau des KZ Neuengamme. Mit einer Million Reichsmark förderte sie 1940 den Bau des zum Lager gehörigen Klinkerwerks, um mit den von KZ-Häftlingen produzierten Ziegeln die Stadt baulich neu zu gestalten. Auch Hamburger Betriebe setzten KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit ein.

Nach den schweren alliierten Luftangriffen auf Hamburg im Juli und August 1943 mussten Häftlinge des KZ Neuengamme in vielen Stadtteilen Trümmer räumen und Tote bergen. Für die Hamburger Bevölkerung waren sie so öffentlich sichtbar. Der Ausnahmezustand nach den Bombardierungen heizte die Nachfrage nach der Arbeitskraft der KZ-Häftlinge weiter an. Verwaltung und Wirtschaft verlangten nach Gefangenen für Behelfsheimbau, Baustoffgewinnung, Rüstungsproduktion und Werftarbeit. 15 Außenlager des KZ Neuengamme wurden 1944 in Hamburg errichtet. Treibende Kraft waren dabei Hamburger Firmen und städtische Behörden. Hamburgerinnen und Hamburger begegneten KZ-Häftlingen im Alltag auf der Straße, dem Arbeitsweg und im Betrieb.

Die zweisprachige (deutsch/englisch) Ausstellung "Eine Stadt und ihr KZ – Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945" der KZ-Gedenkstätte Neuengamme thematisiert den umfangreiche Einsatz von Häftlingen des KZ Neuengamme im Zentrum der Stadt und die verschiedenen Akteure, die diesen Einsatz initiierten. Sie wird anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar von der Hamburgischen Bürgerschaft präsentiert und ist vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 im Hamburger Rathaus zu sehen. Zur Ausstellung gibt es ein ausführliches Begleitprogramm mit Vorträgen, Filmen, Diskussionen.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr
Samstag / Sonntag 10 bis 17 Uhr

(Bitte beachten Sie: Bei speziellen Rathausveranstaltungen kann es zur vorübergehenden Schließung der Ausstellung kommen)

Besucherservice und Katalogverkauf:

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag / Sonntag 10 bis 14 Uhr

Begleitprogramm:

Siehe Veranstaltungskalender

Programm Flyer

Führungen:

Zweistündige Gruppenbegleitungen durch die Ausstellung für Schulklassen (ab Klasse 9) und Erwachsenengruppen können beim Museumsdienst gebucht werden. Buchung: Telefon: 040 | 4 28 13 10, E-Mail: info@museumsdienst-hamburg.de; Kosten: 35 Euro pro Schulklasse, 50 Euro pro Erwachsenengruppe; Information: Ulrike Jensen (KZ-Gedenkstätte Neuengamme), Telefon: 040 | 4 28 13 15 19

Information für Führungen in Deutscher Gebärdensprache: Martina Bergmann (Museumsdienst Hamburg), Bildtelefon: 040 | 311 08 003

Schlagworte: Außenlager (3)