Freitag 13. Januar 2023–Mittwoch 8. Februar 2023

Hamburger Rathaus, Diele, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Ausstellung: „Der Tod ist ständig unter uns.“ Die Deportationen nach Riga und der Holocaust im deutsch besetzten Lettland

Riga war das Zentrum jüdischen Lebens in Lettland. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen im Juli 1941 wurde die Stadt zu einem Zielort von Deportationen und zum Tatort nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Angehörige von SS, Polizei und Wehrmacht sowie lokale Hilfstruppen ermordeten fast alle lettischen sowie die aus Deutschland, Wien, Prag und Brünn nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden. Unter den Deportierten waren auch 753 Hamburgerinnen und Hamburger. Der Hannoversche Bahnhof war Ausgangspunkt, aber auch Zwischenstation für Deportationen aus Norddeutschland nach Riga.

Die wenigen Überlebenden kehrten nur selten in ihre Heimatländer zurück. Zumeist kämpften sie vergeblich um Gerechtigkeit. Ebenso blieb eine umfassende juristische Aufarbeitung der Verbrechen aus. Zwei der umfangreichsten Verfahren zu den deutschen Verbrechen in Riga fanden in den 1950er und 1970er Jahren vor dem Hamburger Landgericht statt.

Heute ist der Hannoversche Bahnhof in Hamburg ein wichtiger Erinnerungsort an die Deportationen nach Riga. Die Ausstellung möchte dazu beitragen, die Deportationen nach Riga und das nationalsozialistische Morden im öffentlichen Gedenken Deutschlands wie auch Lettlands zu verankern.
Eine vom Auswärtigen Amt finanzierte und mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft realisierte Ausstellung der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte.

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr

Besucherservice und Katalogverkauf
Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 14 Uhr

Flyer zum Begleitprogramm

Blogbeitrag zur Ausstellung

Montag 30. Januar 2023 15:00–16:30

Geschichtsort Stadthaus, Stadthausbrücke 6, 20355 Hamburg

Rundgang durch das ehemalige Stadthaus

Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 steht für den Beginn des nationalsozialistischen Terrors. Anlässlich des 90. Jahrestags führt Herbert Diercks durch das ehemalige Stadthaus am Neuen Wall/Stadthausbrücke. Bis 1943 befanden sich hier der Sitz des Hamburger Polizeipräsidiums sowie der Leitstellen von Gestapo und Kriminalpolizei.
Der Geschichtsort Stadthaus ist am 30. Januar von 15 bis 18 Uhr geöffnet, die Ausstellung „Das Stadthaus im Nationalsozialismus: Eine Zentrale des Terrors“ und der „Seufzergang“ können besichtigt werden. Eine Anmeldung zum Rundgang um 15 Uhr ist nicht notwendig.

Dienstag 31. Januar 2023 18:00–20:00

Jüdische Gemeinde Hamburg, Grindelhof 30, 20146 Hamburg

Rabbiner Dr. Joseph Carlebach und seine Familie in Hamburg, Altona und Lübeck

Der am 30. Januar 1883 in Lübeck geborene Joseph Carlebach gehörte zu den einflussreichsten jüdischen Persönlichkeiten seiner Zeit. Er war u.a. Rabbiner in Lübeck und Hamburg, wo er 1936 zum Oberrabbiner an die Bornplatzsynagoge gerufen wurde. Darüber hinaus fungierte er seit 1921 als Rektor der Talmud-Tora-Schule, die er gemäß seinen reformpädagogischen Ideen weiterentwickelte. Am 6. Dezember 1941 deportierten die Nationalsozialisten ihn in das Lager Jungfernhof bei Riga. Dort organisierte er heimlich Schulunterricht, eine Chanukka-Feier und mehrere Bar-Mitzwa-Zeremonien. Joseph Carlebach, seine Frau und seine drei jüngsten Kinder wurden im März 1942 von der SS zusammen mit etwa 1.800 weiteren Deportierten im Rahmen der „Aktion Dünamünde“ erschossen. PD Dr. Andreas Brämer, stellvertretender Direktor des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, beleuchtet in seinem Vortrag das Wirken Joseph Carlebachs und seiner Familie in Hamburg, Altona und Lübeck.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Hamburg.

Blogbeitrag zur aktuellen Ausstellung 

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