30.08.2022 Veranstaltung

Tag des offenen Denkmals in den Hamburger Gedenkstätten

Am 11. September 2022 ist Tag des offenen Denkmals. Auch die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte beteiligt sich mit einem speziellen Programm am Samstag und Sonntag an verschiedenen Orten in der Stadt.

Der Tag des offenen Denkmals wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Er findet immer am zweiten Sonntag im September statt. Mehr als 7.500 Denkmale sind geöffnet – und bieten spezielle Programm an. Das Motto in diesem Jahr lautet: "KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz". In Hamburg koordiniert die Stiftung Denkmalpflege Hamburg und das Denkmalschutzamt die Veranstaltungen – es werden mehr als 150 Veranstaltungen zwischen dem 9 und11. September 2022 in Hamburg angeboten. Das ganze Hamburger Programm findet sich online auf der Webseite der Stiftung Denkmalpflege: Programm

Unser Programm

Bitte beachten Sie, dass wir Veranstaltungen am Samstag, den 10. September und am Sonntag, den 11. September anbieten – bitte beachten Sie das jeweilige Datum!

KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Sonntag 11. September 2022, 12-13.30 Uhr, Führung "Spuren der Verbrechen erhalten: Das ehemalige Klinkerwerk des KZ Neuengamme"

Vor 80 Jahren begann die Produktion im neuen Klinkerwerk im KZ Neuengamme, vor 40 Jahren sollte es wieder abgerissen werden. Aufgrund zahlreicher Proteste wurde es stattdessen unter Denkmalschutz gestellt. Warum wurde es gebaut? Unter welchen Bedingungen wurde hier gearbeitet? Wer setzte sich für die Erhaltung ein? Um diese Fragen geht es bei der Führung durch das ehemalige Klinkerwerk in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, dabei werden auch sonst für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Gebäudeteile besichtigt. Begleitung: Hanno Billerbeck. Anmeldung online erforderlich: Anmeldung.Treffpunkt: Bushaltestelle „KZ-Gedenkstätte, Klinkerwerk“

Sonntag 11. September 2022, 15.30-17 Uhr, Führung "Im Haus des Lagerkommandanten"

Der Themenrundgang führt in das historische Wohnhaus des damaligen KZ-Kommandanten Max Pauly. Wie lässt sich ein Familienleben im Konzentrationslager vorstellen? Wie wurde das ehemalige Kommandantenhaus nach dem Krieg genutzt? Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist für die Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich. Heute befindet sich in dem Haus eine Sammlung von Geschenken, die ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus der Ukraine, Polen, Russland, Belarus, Lettland und Tschechien bei späteren Besuchseinladungen nach Hamburg mitbrachten. Die Sammlung wird erstmals gezeigt. Anmeldung online erforderlich: Anmeldung. Treffpunkt: Haupteingang (Service-Point) der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Sonntag 11. September 2022, 17-17.30 Uhr: Lichtinstallation "Die Hände brannten vor Schmerz." Häftlingsarbeit im Klinkerwerk des KZ Neuengamme

Das Klinkerwerk im KZ Neuengamme war auf der einen Seite ein moderner Produktions­betrieb, in dem Ton zu Ziegelsteinen verarbeitet wurde. Auf der anderen Seite mussten dafür Hunderte von Häftlingen täglich in schwerer Handarbeit Ton stechen und in Loren füllen. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme zeigt eine Lichtinstallation im ehemaligen Klinkerwerk mit Zitaten von Menschen, die über ihre Erfahrungen als Häftlinge des KZ Neuengamme Auskunft geben. Keine Anmeldung nötig. Ort: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, ehemaliges Klinkerwerk 

Gedenkstätte Fuhlsbüttel

Sonntag, 11. September 2022, 12 Uhr:  Jugend musiziert – "Eine musikalische Würdigung"

An der Gedenkstätte Fuhlsbüttel wird um 12 Uhr im Anschluss an eine Führung durch die Ausstellung (11 Uhr) mit Musik an die vielen Frauen und Männer erinnert, die von 1933–1945 im Konzentrationslager "Kola-Fu", im Polizeigefängnis, im Zuchthaus und im Außenlager des KZ Neuengamme in Fuhlsbüttel inhaftiert waren. Der Förderverein Jugend musiziert verschafft seinen jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten, Preisträgerinnen und Preisträgern Auftritte auch an besonderen Orten und ermöglicht ihnen so die aktive Teilnahme an Erinnerungskultur. Keine Anmeldung nötig. Ort: Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel, Suhrenkamp 98

denk.mal Hannoverscher Bahnhof

Sonntag, 11. September 2022, 16-18 Uhr: Themenrundgang "Ein Ort, der stört? Das denk.mal Hannoverscher Bahnhof"

Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma wurden zwischen 1940 und 1945 aus Hamburg und Norddeutschland in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. Ein zentraler Ausgangspunkt war dabei der ehemalige Hannoversche Bahnhof. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals erkunden wir die historische Topographie rund um den ehemaligen Hannoverschen Bahnhof und fragen nach Gründen für das jahrzehntelange Vergessen dieses Ortes. Wie kam es schließlich dennoch zur Gestaltung eines Gedenkortes inmitten der neuen HafenCity? Keine Anmeldung nötig. Treffpunkt: Info-Pavillon denk.mal Hannoverscher Bahnhof, Lohseplatz 1, 20547 Hamburg

Gedenkstätte Poppenbüttel

Samstag, 10. September 2022, 14-15.30 Uhr, Rundgang und Gespräch zum Behelfswohnheim des Jahres 1944

Die Gedenkstätte befindet sich im letzten Plattenhaus der ehemaligen Siedlung aus Behelfsheimwohnungen in Poppenbüttel. Sie erinnert an die Zerstörung des jüdischen Lebens in Hamburg, an die Verfolgung von Frauen im Nationalsozialismus und an die Frauenaußenlager des KZ Neuengamme in Hamburg. Bei dem Rundgang geht es jedoch vor allem um einem anderen Teil des Gebäudes, in dem heute noch die Ausstattung einer Behelfsheimwohnung des Jahres 1944 besichtigt werden kann. Guide: Lennart Onken. Anmeldung online erforderlich: AnmeldungOrt: Gedenkstätte Plattenhaus Poppenbüttel

Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Sonntag, 11. September 2022, 11 Uhr und 14 Uhr, Rundgang "Gedenken und Aufbruch am Bullenhuser Damm"

Im Keller der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm wurden 1945 20 jüdische Kinder und 28 Erwachsene ermordet, die Häftlinge des KZ Neuengamme waren. Eine Gedenkstätte im Keller erinnert heute an diese Menschen. Wie war der Weg zur Gedenkstätte? Warum steht das übrige Gebäude leer? Und welche Perspektiven gibt es für die Zukunft des Gebäudes und des Stadtteils? Ein Rundgang durch die Gedenkstätte und in das im Wesentlichen sonst nicht öffentlich zugängliche Gebäude. Begleitung: Iris Groschek, Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Henrike Thomsen, Billebogen Entwicklungsgesellschaft mbH & Co KG. Anmeldung online erforderlich: Anmeldung. Treffpunkt: Gedenkstätte Bullenhuser Damm, Bullenhuser Damm 92, 20539 Hamburg

Sonntag, 11. September 2022, 13 Uhr und 16 Uhr,  Performative Begehung "spu[e]ren"

Eine performative Begehung zum Tag des offenen Denkmals. Interessierte werden vom bildenden Künstler Arne Lösekann, dem Tänzer Julien Müller aus dem THE CURRENT DANCE COLLECTIVE und der Kulturanthropologin Bianka Schaffus auf einer konstruktivistischen Weise durch die sonst nicht zugänglichen Räume der ehemaligen Schule am Bullenhuser Damm begleitet. Keine Anmeldung nötig. Treffpunkt: Gedenkstätte Bullenhuser Damm, Bullenhuser Damm 92, 20539 Hamburg

Geschichtsort Stadthaus

Samstag 10. September 2022, 11-13 Uhr: Rundgang durch den Geschichtsort Stadthaus

Im Stadthaus am Neuen Wall/Stadthausbrücke waren von 1933 bis 1943 das Hamburger Polizeipräsidium sowie die Staatspolizei- und Kriminalpolizeileitstellen untergebracht. In dieser Zentrale des Terrors und der Gewalt organisierte die Polizei die Verfolgung von politischen Gegnerinnen und Gegnern, Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti, Romnja und Roma sowie weiteren Gruppen. Bei dem Rundgang durch die „Stadthöfe“ werden die Bau- und Nutzungsgeschichte des Stadthauses thematisiert und dabei ein Schwerpunkt auf die Zeit des Nationalsozialismus gelegt. Guide: Anke Rees. Anmeldung online erforderlich: AnmeldungTreffpunkt: Geschichtsort Stadthaus

Samstag 10. September 2022, 14-17 Uhr, Stadtrundgang "Vom Stadthaus zum Hüttengefängnis. Vergessene und verdrängte Geschichte der Nazizeit"

Der Rundgang führt vom Hamburger Rathaus durch Hamburg-Neustadt. Er führt zu Stätten des Naziterrors in den Jahren 1933 bis 1945, aber auch zu denen des Widerstands dagegen. Drei wichtige Stationen: das Stadthaus, das Gefängnis Hütten und das Gängeviertel. Das Stadthaus war bis 1943 Sitz des Hamburger Polizeipräsidiums, der Gestapo und der Kripo. Der Umgang Hamburgs mit diesem Ort und seiner Geschichte ist umstritten. - Das Gefängnis Hütten ist, obwohl das Gebäude gut erhalten ist, als Ort von NS-Verfolgung nicht im öffentlichen Bewusstsein. - Im ehemaligen Gängeviertel sollen Hintergründe von Teilabrissen und einer neuen Bebauung in den 1930er-Jahren thematisiert werden. Der Referent Herbert Diercks ist Kurator der Ausstellungen in den Stadthöfen. Anmeldung online erforderlich: AnmeldungTreffpunkt: Rathausmarkt, Kriegerdenkmal

Ohlsdorfer Friedhof

Sonntag 11. September 2022, 10-13 Uhr: Literarischer Spaziergang über den Ohlsdorfer Friedhof  "Hamburger Künstlerinnen und Künstler im Nationalsozialismus"

Der Spaziergang über den Ohlsdorfer Friedhof führt zu Gräbern Hamburger Künstlerinnen und Künstler, die im Nationalsozialismus lebten. Deren Situation in den Jahren 1933 bis 1945 wird thematisiert und aus ihren Erzählungen, Gedichten, Berichten und letzten Briefen gelesen. Inhaltliche Begleitung: Herbert Diercks und Christine Eckel. Anmeldung online erforderlich: Anmeldung. Treffpunkt: U- und S-Bahnhof Ohlsdorf, Ausgang Fuhlsbüttler Straße

Hafen

Sonntag 11. September 2022, 16-18 Uhr: Alternative Hafenrundfahrt "KZ-Außenlager, Zwangsarbeit und Widerstand im Hamburger Hafen 1933-1945"

Während der zweistündigen Hafenrundfahrt mit einer Barkasse wird die Geschichte des Hamburger Hafens im Nationalsozialismus thematisiert. Mit Blick auf historische Hafenbecken, Schuppen und Speicher, Fabrikhallen, Brücken und Schiffe jeder Größe wird von Zwangsarbeit, Widerstand und Verfolgung im Hamburger Hafen berichtet. Die Route führt auch zu Orten, an denen Zwangsarbeits- und Konzentrationslager eingerichtet waren, so auch zum Speicher G am Dessauer Ufer. Inhaltliche Begleitung: Herbert Diercks, Katja Hertz Eichenrode und Lukas Kaiser. Kosten: 20 Euro (auf dem Schiff). Anmeldung online erforderlich: Anmeldung. Treffpunkt: Barkassen-Centrale Ehlers, Anleger Vorsetzen beim roten Feuerschiff, Nähe U-Bahnstation Baumwall