Wedel (Männer)

Kurze Zeit nachdem das Frauenaußenlager Wedel des Konzentrationslagers Neuengamme geräumt worden war, wurde das Außenlager Wedel erneut mit KZ-Häftlingen belegt. Am 17. Oktober 1944 wurden etwa 500 Männer, meist polnische, sowjetische und niederländische Häftlinge, nach Wedel gebracht. Sie mussten beim Bau von Panzergräben für einen geplanten Befestigungsring um Hamburg und bei Schanzarbeiten in Hamburg-Sülldorf im Auftrag des Reichsverteidigungskommissars im Wehrkreis X Schwerstarbeit verrichten. Am 20. November räumte die SS das Außenlager wieder und transportierte die Häftlinge in das Außenlager Lager Meppen-Versen des KZ Neuengamme.

Während des nur fünfwöchigen Bestehens des Außenlagers kamen mindestens 27 Häftlinge ums Leben. Unter ihnen waren 10 Männer, die aus der niederländischen Gemeinde Putten verschleppt worden waren. Putten war im Oktober 1944 Ziel einer Vergeltungsaktion der Wehrmacht, bei der alle Männer des Ortes in das KZ Neuengamme deportiert wurden. Über die SS-Lagerleitung ist bislang nichts bekannt.

Zeitraum

17. Oktober 1944 bis 20. November 1944

Anzahl der Häftlinge

500 Männliche Gefangene

Art der Arbeit

Bau von Panzergräben (Projekt „Friesenwall“)

Auftraggeber

Reichsverteidigungskommissar im Wehrkreis X

Ort

Wegbeschreibung

Denkmal: Rissener Straße, 22871 Wedel.

Friedhof: Breiter Weg, 22871 Wedel.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Denkmal: Ab S-Bahnstation Wedel mit Bus 189 bis zur Haltestelle „Kronskamp“.

Friedhof: Ab S Bahnstation Wedel mit Bus 289 in Richtung Moorwegssiedlung bis zur Haltestelle „Friedhof“.

Gedenkstätte

Ein Anfang der 1950er-Jahre auf dem Friedhof Breiter Weg aufgestellter Gedenkstein trug die Inschrift „Den Opfern des Nationalsozialismus, ermordet 1944 im Außenlager Wedel des Konzentrationslagers Neuengamme“ sowie 15 Namen. Dieser Gedenkstein wurde, so die Begründung, wegen seines schlechten Zustandes 1971 entfernt und durch einen anderen ersetzt, auf dem aber der Hinweis fehlte, dass dort Opfer des KZ-Außenlagers Wedel bestattet sind. 1985 wurde eine Grabplatte angebracht, die wieder auf das Wedeler Außenlager hinweist.

Seit 1978 forderte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten ein Mahnmal für die Außenlager in Wedel. Die Geschichtswerkstatt der Volkshochschule und der Bürgermeister unterstützten das Anliegen. Im November 1986 wurde das Denkmal eingeweiht; eine Informationstafel gibt Auskunft über die Geschichte des Lagers. Im November 1997 wurde die Denkmalsanlage erweitert.

Kontakt

Stadt Wedel
Stadtarchiv
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