Uelzen

Das Außenlager Uelzen des Konzentrationslagers Neuengamme war vermutlich Ende 1944 zunächst mit ca. 100 Häftlingen eingerichtet worden. Die Häftlinge wurden zu Aufräumungs- und Gleisbauarbeiten herangezogen. Nach den großen Zerstörungen durch Bombenangriffe der US-amerikanischen Luftwaffe auf den Bahnhof Uelzen am 22. Februar 1945 ist die Belegung des Außenlagers auf 500 Häftlinge erhöht worden. Die Gefangenen stammten überwiegend aus der Sowjetunion, Polen, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Nur wenige Deutsche waren im Lager Uelzen inhaftiert. Die Reichsbahn hatte die KZ-Häftlinge als Arbeitskräfte angefordert, um sie vor allem zur Beseitigung der Bombenschäden und zur Verlegung neuer Gleise am Bahnhof Uelzen einzusetzen. Auch Einheiten verschiedener Hilfsdienste und militärähnlicher Verbände wurden zu den Aufräumungsarbeiten herangezogen.

Nach elfstündiger Arbeit kehrten die Häftlinge täglich entlang der Gleise zu ihrer Unterkunft zurück, die sich im ersten Stockwerk einer Lagerhalle auf dem Gelände der Zuckerfabrik Uelzen befand. Die Fabrik hatte ihrerseits bereits zuvor polnische und russische Zwangsarbeiter angefordert, die streng von den KZ-Häftlingen getrennt untergebracht waren.

In der Nacht vom 14. zum 15. April 1945 begann der Angriff der britischen Bodentruppen auf Uelzen. Um die vorhandenen Spuren des KZ-Außenlagers zu beseitigen, wurde das Häftlingslager am 16. oder 17. April 1945 geräumt. Die Häftlinge aus Uelzen erreichten einen Tag später das Stammlager Neuengamme.

Lagerführer in Uelzen war zumindest im Februar und März 1945 SS Untersturmführer, Otto „Tull“ Harder, ein bekannter ehemaliger Hamburger Fußballspieler. Harder war für diese Aufgabe vom Außenlager Hannover-Ahlem kurzfristig abgestellt worden.

Zeitraum

Ende 1944 bis 17. April 1945

Anzahl der Häftlinge

500 Männliche Gefangene

Art der Arbeit

Gleisbauarbeiten, Aufräumarbeiten

Auftraggeber

Reichsbahn

Ort

Wegbeschreibung

Mahnmal: am Stadtgraben, östlich des neuen Rathauses, Nähe Herzogenplatz, 29525 Uelzen.

Gedenkstätte

Nachdem 1988 der Rat der Stadt Uelzen ein „Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft“ errichten ließ, wurden dort am 9. November 1999 auf eine Privatinitiative hin Bronzebänder mit Erläuterungen angebracht, die über die Verfolgtengruppen in Uelzen Auskunft geben. Eines dieser Bronzebänder erinnert an die Häftlinge des Außenlagers des KZ Neuengamme.

Kontakt

Geschichtswerkstatt Uelzen e.V.
Marderhof 17
29525 Uelzen

Tel.: +49 (0) 581 – 3 89 63 89
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