Porta-Westfalica-Lerbeck

Am 1. Oktober 1944 wurden etwa 500 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme nach Lerbeck gebracht. Sie arbeiteten in dem dort neu eingerichteten Außenlager in einer so genannten Frontreparaturwerkstatt. Eine Tochtergesellschaft des Klöckner-Konzerns errichtete auf dem Werksgelände der Betonfirma Weber eine neue Werkstatt zur Reparatur von Flugzeugmotoren. Die Männer wurden zu Bau- und Umbauarbeiten innerhalb des Werksgeländes eingesetzt. Später verrichteten sie Arbeiten im Reparaturbetrieb.

Als Unterkünfte dienten Baracken auf einem nicht mehr genutzten Wehrmachtsgelände. Zwischen dem Lager und dem Arbeitseinsatzort verlief der Pfahlweg, ein kleiner Wirtschaftsweg, der mit Stacheldraht eingezäunt war. 100 bis 120 Tote des Lagers wurden auf dem Friedhof Lerbeck bestattet.

Am 1. April 1945 wurde das Außenlager Lerbeck geräumt. In verschiedenen Transporten gelangten die Häftlinge über die Außenlager Schandelah, Fallersleben und Helmstedt-Beendorf in das Auffanglager Wöbbelin, wo sie Mitte April eintrafen. Am 2. Mai wurden sie dort von US-amerikanischen Truppen befreit.

Lagerführer war SS Oberscharführer Emanuel Eichler. 

Zeitraum

1. Oktober 1944 bis 1. April 1945

Anzahl der Häftlinge

500 Männliche Gefangene

Art der Arbeit

Flugzeugmotorenreparatur

Auftraggeber

Firma Bense, Firma Jongerius, Betonwerk Weber (Lerbeck); Klöckner

Ort

Wegbeschreibung

Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde
Porta Westfalica-Lerbeck
Lerbecker Kirchweg
32457 Porta Westfalica

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Bahnhof Minden zu Fuß zur Haltestelle „Kaiserstraße“, dann Bus 408 in Richtung Flotho bis zur Haltestelle „Lerbeck Kirche“.

Gedenkstätte

Die im Außenlager Lerbeck umgekommenen Häftlinge wurden auf dem evangelischen Friedhof am Lerbecker Kirchweg bestattet. Ein Teil der Toten wurde nach dem Krieg exhumiert und in die Heimatländer überführt. 1952 wurde ein Grab für die umgekommenen polnischen Häftlinge angelegt, auf dem ein Gedenkstein „an unbekannte KZ-Häftlinge“ erinnert.

Im Mai 2014 wurde der Gedenkpfad "Wege des Erinnerns, Mahnung gegen das Vergessen" in Porta Westfalica eröffnet. Er besteht zur Zeit aus sechs Schautafeln, die die Ereignisse in den Außenlagern an der Porta Westfalica 1944 und 1945 dokumentieren. Eine Erweiterung des Pfades ist geplant. Anhand des Gedenkpfades bietet die Gedenkstätte Führungen verschiedener Länge für interessierte Gruppen an. 

Kontakt

KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.
Kempstraße 1
32457 Porta Westfalica

Email: info@gedenkstaette-porta.de
Homepage: www.gedenkstaette-porta.de

Ev. Gemeindeamt Lerbeck
Zur Porta 74
32457 Porta Westfalica

Tel.: +49 (0) 571 – 7 45 33