Hannover-Stöcken (Accumulatoren-Fabrik)

Die Akkumulatorenfabrik. Foto: unbekannt, Kopie, 1941. (ANg 2001-1111)
Foto der Akkumulatorenfabrik. Foto: unbekannt, Kopie, 1941. (ANg 2001-1111)

Im Hannoveraner Ortsteil Stöcken wurde unmittelbar neben der damaligen Accumulatoren-Fabrik AG, der heutigen Varta AG, ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme errichtet. Zwischen dem Marienwerder Wald und dem Rossbruchgraben, ungefähr 120 Meter südlich des Werkes, war das Lager von einem Häftlingsvorauskommando ab dem 17. Juli 1943 auf einer Brachfläche errichtet worden. Als die ersten Baracken fertig gestellt waren, erreichten weitere Transporte aus dem Stammlager Neuengamme das Lager. Im Juli 1944 waren etwa 1.500 Männer im Lager. Überlebende berichteten, dass es monatlich einen Austausch von kranken Häftlingen gegen neue Arbeitskräfte aus dem Stammlager Neuengamme gegeben habe. Neben den Bauarbeiten zur Fertigstellung und Erweiterung des Lagers wurden die Häftlinge in den Accumulatorenwerken in der Produktion von U Boot-Batterien eingesetzt. Hierzu gehörte die Arbeit in der Bleigießerei, in der Säureabteilung und an den heißen Konterwalzen. Fehlender Arbeitsschutz führte zu Unfällen und Gesundheitsschäden. Im Lager Stöcken wurden 402 Tote registriert. Eine nicht bekannte Zahl von Häftlingen wurde ins Stammlager Neuengamme zurücktransportiert und starb aufgrund von Krankheiten und allgemeiner Körperschwäche.

Im ersten Jahr des Bestehens des Außenlagers wechselten die Lagerführer mehrmals: dem SS-Oberscharführer Johannes Pump folgte bald der SS-Untersturmführer Hugo Benedict und diesem der SS-Untersturmführer Hans Hermann Griem. Im Juli 1944 wurde SS Hauptsturmführer Kurt Klebeck Kommandant, der diese Funktion bis zur Evakuierung ausübte und nach Benedict gleichzeitig Stützpunktleiter aller Hannoveraner Außenlager des KZ Neuengamme wurde.

Im Zuge der Räumung verließen in der Nacht vom 6. auf den 7. April 1945 die „marschfähigen“ Häftlinge das Außenlager Stöcken zu Fuß in Richtung Bergen-Belsen, wo sie am 8. April eintrafen. Häftlinge, die nicht Schritt halten konnten, wurden von SS Wachleuten erschossen.

Die kranken Häftlinge wurden am 8. April per Bahn aus Stöcken abtransportiert. Über Fallersleben und Wolfsburg erreichte der Zug Mieste, von wo aus die Häftlinge nach Gardelegen weitermarschierten. Am 13. April wurden sie dort gemeinsam mit einer größeren Gruppe von Häftlingen aus dem KZ Mittelbau-Dora in eine Feldscheune geführt, die anschließend in Brand gesetzt wurde. 

Zeitraum

17. Juli 1943 bis 7. April 1945

Anzahl der Häftlinge

1500 Männliche Gefangene

Art der Arbeit

Produktion von Batterien für U Boote

Auftraggeber

Accumulatoren-Fabrik AG

Ort

Wegbeschreibung

Garbsener Landstraße/Auf der Horst
30419 Hannover

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Ab Hauptbahnhof mit Straßenbahn 10 in Richtung Ahlem bis zur Haltestelle „Steintor“, dort Stadtbahn 4 in Richtung Ahlem bis zur Haltestelle „Marienwerder-Wissenschaftspark“, dort Bus 420 in Richtung Garbsen-Mitte bis zur Haltestelle „Hollerithalle“.

Gedenkstätte

An der Gabelung Garbsener Landstraße/Auf der Horst im Stadtteil Hannover-Marienwerder, in der Nähe des ehemaligen Außenlagers Hannover-Stöcken, befindet sich seit dem 9. Mai 1987 ein Mahnmal, eine Skulptur von Hans-Jürgen Breuste und eine Gedenktafel. 

Kontakt

Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken
c/o Freizeitheim Stöcken
Eichsfelder Straße 101
30419 Hannover

Tel.: +49 (0) 511 – 1 68 42 94 2
Email: fzh-stoecken@hannover-stadt.de

Stadtarchiv Hannover
Am Bokemahle 14–16
30171 Hannover

Tel.: +49 (0) 511 – 1 68 42 17 3
Fax: +49 (0) 511 – 1 68 46 59 0
Email: stadtarchiv@hannover-stadt.de