Celle (Massaker am 8. und 9. April 1945)

Im Güterbahnhof Celle wurde der Zug mit 3400 Häftlingen am Abend des 8. April 1945 bei einem US-amerikanischen Bombenangriff getroffen. Wegen der Explosion eines benachbarten Munitionszuges und weil die Häftlinge die Waggons, in denen sie eingesperrt waren, nicht verlassen durften, kamen bei dem Angriff mehrere Hundert Häftlinge ums Leben. Diejenigen, die sich aus den Waggons befreien konnten, wurden von der SS und der Polizei, von Angehörigen der Wehrmacht, des Volkssturms, der örtlichen Hitlerjugend und teilweise auch von Celler Bürgern gejagt. 200 bis 300 Häftlinge wurden dabei erschossen oder erschlagen. Die Mehrzahl der Überlebenden des Bombenangriffs wurde ab dem Mittag des 9. April zu Fuß nach Bergen-Belsen getrieben. 300 verletzte, nicht „marschfähige“ Häftlinge wurden weitgehend unversorgt in Baracken der Celler Heidekaserne untergebracht, wo die Überlebenden am 12. April von britischen Truppen befreit wurden. 

Geschichte

Die Häftlinge der Außenlager des KZ Neuengamme Salzgitter-Drütte und Salzgitter-Bad wurden am 7. April 1945 in Güterwaggons verladen und in Richtung Norden transportiert. Im Bahnhof Celle wurde der Zug mit über 4000 Menschen am Abend des 8. April 1945 bei einem US-amerikanischen Bombenangriff getroffen. Die Häftlinge durften die Waggons nicht verlassen, um Schutz vor den Bomben zu suchen. Mehr als die Hälfte der Häftlinge starb.

Diejenigen, die sich in Sicherheit zu bringen suchten, wurden von der SS und der Polizei, von Angehörigen der Wehrmacht und des Volkssturms, teilweise auch von Zivilisten gejagt. 200 bis 300 Häftlinge wurden dabei erschossen oder erschlagen, etwa 1100 wieder gefangen genommen. Über 500 Überlebende mussten nach Bergen-Belsen marschieren, wo sie am 10. April ankamen. Etwa 600 nicht „marschfähige“ Häftlinge, von denen viele bei dem Bombenangriff verletzt worden waren, wurden in Celle in Baracken der Heidekaserne untergebracht, wo sie am 12. April 1945 britische Truppen befreiten.

 

Zeitraum

7. April bis 12. April 1945

Anzahl der Häftlinge

0

Art der Arbeit

Auftraggeber

Ort

Das Mahnmal in den Celler Triftanlagen befindet sich zwischen Bahnhof und Innenstadt.

Gedenkstätte

Nach längeren Diskussionen in der Öffentlichkeit und im Stadtrat wurde am 8. April 1992 in den Celler Triftanlagen ein Mahnmal des Künstlers Jonny Lucius zur Erinnerung an die KZ-Opfer eingeweiht. Eine zusätzliche Tafel erläutert äußerst knapp die historischen Hintergründe.

Das Bomann-Museum in Celle hat zur Aufarbeitung der Ereignisse durch Dokumentationen beigetragen. 

Kontakt

Bomann-Museum
Schlossplatz 7
29221 Celle

Tel.: +49 (0) 5141 – 1 23 72
Fax: +49 (0) 5141 – 1 25 35

Email: bomann-museum@celle.de
Homepage: www.bomann-museum.de