Bremen-Osterort

Aufgrund des langen und durch die Bombenangriffe der Alliierten sehr gefährlichen Anmarschweges zur Arbeit wurde das Außenlager Bremen-Neuenland Ende November 1944 geräumt und das gesamte Kommando zum Außenlager Bremen-Osterort überstellt, wo die Häftlinge in Baracken eines Kriegsgefangenenlagers untergebracht wurden. Das neue Lager befand sich auf dem Gelände der Norddeutsche Hütte A.G., die damals zum Krupp-Konzern gehörte. SS-Obersturmführer Hugo Benedict, der außerdem Stützpunktleiter aller Bremer Außenlager des KZ Neuengamme war, blieb auch am neuen Standort Lagerführer. Sein Stellvertreter war der SS-Angehörige M. Blixt, der Benedict auch gegenüber der Norddeutschen Hütte A.G. als Lagerführer vertrat.

Die Mehrzahl der 1000 Häftlinge wurde weiterhin im Auftrag der Marineoberbauleitung beim Bau des U Boot-Bunkers „Hornisse“ eingesetzt, dessen Fertigstellung von der Kriegsmarine in enger Zusammenarbeit mit der Bremer Werft Deschimag, die ebenfalls zum Krupp-Konzern gehörte, vorangetrieben wurde. Mit der Verlegung des Lagers entstand allerdings auch ein neues Arbeitskommando von etwa 50 KZ-Häftlingen, das im Schlacken-Betrieb am Hochofen der Norddeutsche Hütte A.G. eingesetzt wurde.

Am 6. April ließ die SS das Lager räumen. Zunächst wurden die Häftlinge nach Bremen-Farge verlegt. Von dort aus kam ein Teil der Häftlinge zurück ins Stammlager Neuengamme, die anderen Häftlinge wurden zu Fuß oder per Bahn direkt in das Auffanglager Sandbostel bei Bremervörde gebracht.

Zeitraum

28. November 1944 bis 6. April 1945

Anzahl der Häftlinge

1000 Männliche Gefangene

Art der Arbeit

Bau des U Boot-Bunkers „Hornisse“ und Arbeit am Hochofen

Auftraggeber

Marineoberbauleitung, Deutsche Schiffs- und Maschinenbau AG (Deschimag), Krupp-Norddeutsche Hütte

Ort

Wegbeschreibung

Ehemaliges Lagergelände:
ArcelorMittal Bremen
Auf den Delben 35
28237 Bremen

U Boot-Bunker:
Bremen-Gröpelingen
Kap-Horn-Straße 18
28237 Bremen

Gedenkstätte

Nach Kriegsende lebten zuerst Flüchtlinge aus Danzig im ehemaligen Außenlager. Von 1947 bis 1949 wurden hier führende Nationalsozialisten inhaftiert. Danach wurden im Lager Sinti und Roma untergebracht.

Auf dem Gelände der Stahlwerke Bremen (bis 1994 Klöckner-Hütte Bremen, heute ArcelorMittal Bremen) befindet sich seit 1984 eine Gedenktafel. Initiatorin war die „Kollegengruppe der Klöckner-Hütte Bremen“.

Der U Boot-Bunker „Hornisse“, bei dessen Bau ein großer Teil der Häftlinge dieses Außenlagers eingesetzt wurde, ist heute Fundament eines Verwaltungsgebäudes einer Spedition. Dort ist bisher kein Hinweis auf die Geschichte des Ortes angebracht worden.

Öffnungszeiten:
Die Gedenktafel ist nur nach Anmeldung bei ArcelorMittal Bremen zugänglich.

Kontakt

ArcelorMittal Bremen
Auf den Dehlen 35
28237 Bremen
Tel.: +49 (0) 421 – 6 48 22 58