21.05.2019 Bericht

Lange Nacht der Museen

Viel Interesse an den Kurzführungen durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (ÖA), 2019
Mitmachaktion in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (ÖA), 2019
Musik im Rosengarten für die Kinder vom Bullenhuser Damm Foto: Susanne Wald (KZ-Gedenkstätte Neuengamme), 2019
Lelka & Mania Workshoptage stellten sich in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm vor Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (ÖA), 2019
Vortrag von Andreas Ehresmann am denk.mal Hannoverscher Bahnhof Foto: Daniel Bernhardt (KZ-Gedenkstätte Neuengamme), 2019
Nächtliche Führung am denk.mal Hannoverscher Bahnhof Foto: Florian Helfer, 2019

57 Hamburger Museen luden am 18. Mai 2019 zu der "Langen Nacht der Museen" unter dem Motto "Museen bewahren Vielfalt" ein. Auch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die Gedenkstätte Bullenhuser Damm und das denk.mal Hannoverscher Bahnhof beteiligten sich mit einem Sonderprogramm unter dem Motto "Wie Geschichte(n) sichtbar machen?"

Da die "Lange Nacht der Museen" (#lndmhh) in diesem Jahr später als üblich stattfand, war es länger hell und länger warm, dazu fuhr eine Sonderbuslinie vom Bahnhof Bergedorf direkt zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme, was dazu führte, dass mehr Hamburgerinnen und Hamburger in diesem Jahr die Gelegenheit nutzten, die Gedenkstätte kennenzulernen. In die KZ-Gedenkstätte Neuengamme kamen 466 Besucherinnen und Besucher und ließen sich von Freiwilligen der Kirchlichen Gedenkstättenarbeit und bei Sonderführungen durch das Archiv, zu Spuren im Gelände und zu Objekten in der Hauptausstellung führen. Wir waren neugierig, wie viele Personen schon zuvor einmal in der Gedenkstätte gewesen sind – bei unserer kleinen Mitmachaktion kam heraus, dass tatsächlich 2/3 der Besucherinnen und Besucher das erste Mal in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme waren. Die mehrsprachigen Führungen waren nicht sehr nachgefragt, da die meisten Besucherinnen und Besucher tatsächlich aus Hamburg kamen. Zu den nächtlichen Führungen mit der Taschenlampe durch das ehemalige Häftlingslager zeigte sich wieder größeres Interesse. Ein besonderer Dank gilt Schülerinnen der Ida-Ehre-Schule, die ihr Kurzfilmprojekt "Erinnerungen – was bleibt?" vorstellten. In der Hauptausstellung war die Caféteria geöffnet. Außerdem zeigte im Foyer der Hauptausstellung die Ausstellung "Blickwinkel – Gedenkstätte" erstmals die Ergebnisse eines Fotoworkshops mit dem Fotografen Mark Mühlhaus. Die großformatigen Bilder geben persönliche Eindrücke der Fotografinnen und Fotografen wieder, die diese während eines Workshops zur Geschichte des Ortes gewonnen hatten. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Juni zu sehen.

In der Gedenkstätte Bullenhuser Damm stellte sich nicht nur das antifaschistische Jugendprojekt "Lelka&Mania Workshoptage" vor, sondern hatte die engagierte Gruppe auch extra für die Lange Nacht eine Ausstellung zum Begriff und zur Geschichte des antifaschistischen Widerstands erstellt. Musik am frühen Abend brachte eine besondere Stimmung in den Rosengarten zur Erinnerung an die Opfer am Bullenhuser Damm. In Führungen auf portugiesisch, italienisch, englisch und deutsch ergänzten das Angebot in dieser kleinen Gedenkstätte, die während der Langen Nacht von der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm betreut wurde. Auch der Freundeskreis der Gedenkstätte unterstützte die Lange Nacht an den beiden Gedenkorten, in die 192 Besucherinnen und Besucher kamen.

Zum zweiten Mal war der Info-Pavillon "denk.mal Hannoverscher Bahnhof" an der Langen Nacht der Museen Hamburg beteiligt. Viele der 175 Besucherinnen und Besucher diskutierten – teils bis spät in die Nacht – mit den Kuratorinnen und Kuratoren des künftigen Dokumentationszentrums über die Frage, wie Geschichte sichtbar gemacht werden kann". Auch eine Gruppe von Nachkommen jüdisch Verfolgter aus New York war auf Spurensuche zu ihrer Familiengeschichte nach Hamburg gekommen und suchte auch den Gedenkort auf. Neben den Führungen zur Geschichte des Ortes und den Deportationen von Juden, Sinti und Roma bot der Vortrag von Andreas Ehresmann (Gedenkstätte Sandbostel) archäologische Einblicke zu den Bodenfunden und baulichen Details des ehemaligen Bahnhofsareals, von dem nur noch ein Bahnsteig und zwei Gleisreste erhalten sind. Ein weiteres Highlight des Abends war die Filmvorführung über eine Jugendbegegnung Hamburg-Minsk, in deren Nachklang die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Erfahrungen und Eindrücke der Begegnung teilten.

Dieses Jahr gab es die Besonderheit, dass auch am Internationalen Museumstag (#imt19), der am folgenden Tag stattfand, der Eintritt mit der Karte der Langen Nacht frei war. Eine dialogische Führung durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme und eine Radtour auf den Spuren des Konzentrationslagers von Bergedorf bis in die Gedenkstätte wurden zu diesem besonderen Anlass angeboten. Begleitet wurden beide Tage auch mit Bildern und Texten in den Social Media Accounts der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Über die große Resonanz an den drei Gedenkorten zur "Langen Nacht der Museen" haben wir uns sehr gefreut. Wir bedanken uns für Interesse, Gespräche und Feedback.