Zu allen Nachrichten der Stiftung: Nachrichten
Zu allen Veranstaltungen der Stiftung: Veranstaltungskalender
02.05.2026 Nachricht
Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb am 30. April Heidburg Behling. Sie setzte sich über Jahrzehnte mit viel Energie und großem Herz für Überlebende des KZ Neuengamme ein, pflegte intensive Kontakte nach Israel und Osteuropa und war unzähligen Generationen von jungen Freiwilligen in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme eine zuverlässige und liebevolle Begleiterin in allen Lebenslagen.
Heidburg Behling war bis zu ihrer Pensionierung passionierte Lehrerin für Religion und Latein. In ihrer Studienzeit und in ihrer Zeit als junge Lehrerin in Stuttgart liegen die Wurzeln ihres gesellschaftspolitischen Engagements, das sie unter dem Eindruck der Friedenspolitik Willy Brandts in die SPD führte.
Später in Hamburg begann sie sich für die KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu engagieren: Über die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft stieß sie 1981 zur Initiative Dokumentationsstätte KZ Neuengamme, deren Arbeit sie von 1982 bis zu ihrer Auflösung 1996 als erste Vorsitzende und in weiteren Funktionen vorantrieb. 1988 zählte sie zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme und war bis zuletzt in dessen Vorstand aktiv.
Eine Herzensaufgabe war für sie die Betreuung ehemaliger Häftlinge des KZ Neuengamme, vor allem aus Israel, Belarus, Russland, der Ukraine und Ungarn, sowie die Begleitung der Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Über viele Jahre waren das zumeist osteuropäische Studierende, die jeweils für ein Jahr die KZ-Gedenkstätte Neuengamme unterstützten. Als zentrale Vermittlerin stand sie diesen jungen Menschen bei allen Problemen des täglichen Lebens ihres Auslandsaufenthalts zur Seite, gab ihnen Halt und Orientierung. Für viele von ihnen wurde Heidburg Behling auch über ihre Freiwilligenzeit hinaus zu einer treuen Freundin und Wegbegleiterin.
Sie engagierte sich auch in vielen anderen Bereichen der Gedenkstättenarbeit, so in der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme, im Auschwitz-Komitee, in der VVN-BdA Hamburg (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) und in der Vereinigung Kinder vom Bullenhuser Damm e.V. Zu sehr vielen der in Hamburg lebenden ehemaligen NS-Verfolgten, beispielsweise zu Ruth und Herbert Schemmel, Esther Bejarano und Steffi Wittenberg, hielt sie engen Kontakt. Über dieses Engagement hinaus setzte sich Heidburg Behling in zahlreichen weiteren zivilgesellschaftlichen Feldern aktiv für Gerechtigkeit und Frieden ein: So arbeitete sie im Team des Weltladens Osterstraße, engagierte sich bei Pax Christi in der Menschenrechtsarbeit und begleitete benachteiligte Schulkinder.
Für ihr außerordentliches Engagement erhielt sie 2015 die „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes“ des Hamburger Senats, 2019 den „Olof-Palme-Friedenspreis“ des SPD-Kreises Stormarn und 2024 die Auszeichnung „Verantwortung damals und heute – In Memoriam Esther Bejarano“ der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
Mit Heidburg Behling verlieren wir nicht nur eine engagierte Mitstreiterin gegen das Vergessen, sondern auch ein Vorbild und eine Freundin, die sich aktiv für die internationale Verständigung einsetzte und alt und jung zusammenbrachte.
Detlef Garbe und Oliver von Wrochem
"Das ist mein großes Glück, dass ich diese Frau kennengelernt habe" (Nachruf der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste)
Zu allen Nachrichten der Stiftung: Nachrichten
Zu allen Veranstaltungen der Stiftung: Veranstaltungskalender