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24.04.2026 Ausstellung

Ausstellung "Vielleicht erlebe ich den Frieden noch"

Eine Fotoausstellung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme portraitiert Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine.

Die zehn Portraitierten sind Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine. Sie waren als Jugendliche zur Zwangsarbeit deportiert oder mit ihren Eltern verschleppt worden. Einige waren geboren, als ihre Mütter Zwangsarbeit leisten mussten.

Der ukrainische Fotograf Kostyantyn Chernichkin besuchte 2024 und 2025 diese Menschen in ihren Wohnorten in der West- und Südukraine. Die Aufnahmen dokumentieren die persönlichen Geschichten der Überlebenden und geben Einblicke in ihre Lebensrealitäten, die vom Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine geprägt sind. Portraitiert werden auch zwei Romnja, die die Besatzung überlebten.

Die Ausstellung wurde entwickelt durch das „Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung in der Ukraine“, dem 47 Gedenkstätten, Stiftungen und Erinnerungsinitiativen angehören. Die Initiative zum Hilfsnetzwerk startete der Berliner Verein KONTAKTE-KOHTAKTbI im März 2022 unmittelbar nach dem Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine. Ziel des Netzwerks ist es, Überlebende der NS-Verfolgung und ihre Familien schnell und unbürokratisch zu unterstützen.

Die Ausstellung mit ihren Portraits wird vom 2. Mai bis 31. Mai 2026 im Foyer der Hauptausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme gezeigt.

Prof. Dr. Oliver von Wrochem (Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen): „Die NS-Verbrechen während der Besatzung der Ukraine im Zweiten Weltkrieg und die massenhafte Verschleppung zur Zwangsarbeit haben den Menschen in der Ukraine großes Leid zugefügt. Etliche Menschen erleben nun im hohen Alter einen zweiten Krieg. Das „Hilfsnetzwerk für Überlebende der NS-Verfolgung“ setzt ein Zeichen der Solidarität, das wir gerne unterstützen.“

Kostyantyn Chernichkin (Fotograf): „Manchmal hatten die Menschen, die ich besuchte, sehr schwierige und schmerzhafte Erinnerungen. Doch jeder einzelne von ihnen hat mich fasziniert – ihre Geschichte waren zugleich voller Schmerz und voller Stärke“

Ragna Vogel (Koordinatorin des Hilfsnetzwerks, KONTAKTE-KOНTAKTbI Berlin): „Uns ist es wichtig, dass wir mit dieser Ausstellung den Überlebenden eine Stimme geben und sie in ihrer Würde, ihrer Menschlichkeit und ihrer individuellen Geschichte sichtbar machen. An ihnen wird auf eindrückliche Weise deutlich, was Krieg für jeden einzelnen Menschen bedeutet – damals wie heute."