16.12.2021 Ausstellung

Eine Ausstellung mit Werken der Hamburger Künstlerin Anita Suhr

Über dreißig Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen der Hamburger Künstlerin Anita Suhr aus der Privatsammlung Künkel werden vom 14. Januar bis 27. Februar 2022 im Forum Alstertal gezeigt.

Die im September 1900 geborene Anita Suhr besuchte zunächst die Timmermann’sche Mädchenschule, danach die Staatliche Gewerbeschule, um Modezeichnerin zu werden. Danach studierte sie an der Kunstgewerbeschule Lerchenfeld in Hamburg. Seit 1922 war sie als freischaffende Kunstmalerin tätig. Sie zog mit ihren Eltern für einige Jahre nach Finnland, ab 1932 engagierte sich Anita Suhr zurück in Hamburg politisch und schloss sich zwei Jahre später einer Gruppe des Widerstands gegen das NS-Regime an. Bereits 1935 wurde sie verhaftet und unter anderem wegen Hochverrats zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Von 1935 bis 1941 war Anita Suhr unter anderem im Frauenschutzhaftlager Moringen sowie in den Konzentrationslagern Fuhlsbüttel und Ravensbrück inhaftiert.

Nach ihrer Entlassung erhielt Anita Suhr ein Berufs- und Betätigungsverbot. Erst in den 1960er Jahren begann sie wieder mit dem Zeichnen und Malen, ihre Werke wurden jedoch erst nach ihrem Tod 1991 wieder ausgestellt.

Die Ausstellung, die im Januar/Februar 2022 im Forum Alstertal (Nähe Gedenkstätte Poppenbüttel) gezeigt wird, wurde von Dr. Joachim Künkel kuratiert und wird von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte präsentiert. 

Über die Bedeutung der Verfolgung und Inhaftierung während der NS-Zeit für die künstlerische Arbeit sprechen der Kurator Dr. Joachim Künkel und Dr. Christiane Heß bei einer Veranstaltung am 2. Februar 2022 im Forum Alstertal. In dem Gespräch wird die Biografie Anita Suhrs vorgestellt, ihre Auseinandersetzung mit dem Amt für Wiedergutmachung, wie auch ihre künstlerischen Wiederanfänge in den 1960er Jahren.

Schlagworte: Ausstellung (17)