Porta Westfalica-Hausberge (Frauen)

Ab Mitte Februar 1945 beschäftigte die Firma Philips in Porta Westfalica im Lager Hausberge etwa 1000 weibliche KZ-Häftlinge, meist ungarische und niederländische Jüdinnen. Sie kamen aus dem KZ Auschwitz, dem Frauenaußenlager Horneburg des KZ Neuengamme und dem Frauenaußenlager Reichenbach des KZ Groß-Rosen. Seit Anfang Oktober 1944 hatte die Firma den oberen Stollen des Jakobsberges mit Maschinen und Produktionsanlagen zur Fertigung von Wehrmachtsnachrichtengeräten vorbereitet. Die Frauen kamen in zwei Gruppen in das Lager. Im Jakobsberg wurden sie bei der Produktion von Radioröhren und Glühbirnen eingesetzt.

Am 1. April 1945 wurde das Lager geräumt. Es folgte eine tagelange Irrfahrt in Richtung Norden. Einige der Frauen erreichten das Lager Außenlager Salzwedel, wo sie am 14. April von US-amerikanischen Truppen befreit wurden. Andere kamen über die Außenlager Fallersleben und Helmstedt-Beendorf nach Hamburg, wo sie Ende April/Anfang Mai 1945 bereit wurden.

Lagerführer war nach Angaben Überlebender ein SS Unterscharführer Brose.

Zeitraum

Mitte Februar 1945 bis 1. April 1945

Anzahl der Häftlinge

1000 Weibliche Gefangene

Art der Arbeit

Produktion von Radioröhren und Glühbirnen

Auftraggeber

Philips-Valvo-Röhrenwerke

Ort

Wegbeschreibung

Gedenktafel
Straße „Kirchsiek“
Einmündung Bundesstraße
32457 Porta Westfalica

Gedenkstätte

Obgleich sich in den 1980er-Jahren Historiker und Schülerinitiativen für die Geschichte der Außenlager in Porta Westfalica zu interessieren begannen, brachte die Stadt Porta Westfalica erst nach langen öffentlichen Auseinandersetzungen 1992 im Stadtteil Hausberge eine Gedenktafel an, die an den Einsatz von KZ-Häftlingen im Stollenbau erinnert. Den Anstoß hierfür gaben französische Überlebende des Lagers Barkhausen.

Im Mai 2014 wurde der Gedenkpfad "Wege des Erinnerns, Mahnung gegen das Vergessen" in Porta Westfalica eröffnet. Er besteht zur Zeit aus sechs Schautafeln, die die Ereignisse in den Außenlagern an der Porta Westfalica 1944 und 1945 dokumentieren. Eine Erweiterung des Pfades ist geplant. Anhand des Gedenkpfades bietet die Gedenkstätte Führungen verschiedener Länge für interessierte Gruppen an. 

Kontakt

KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.
Kempstraße 1
32457 Porta Westfalica

Email: info@gedenkstaette-porta.de
Homepage: www.gedenkstaette-porta.de

Friedhofsverwaltung
Kempstraße 1
32457 Porta Westfalica

Tel.: +49 (0) 571 – 7 91 0