26.09.2019 Ausstellung

Sonderausstellung "Einige waren Nachbarn"

Schaulustige sehen zu, wie die Polizei Jüdinnen und Juden zur Deportation auf Lastwagen verlädt. Kerpen, Deutschland, 1942. Stadtarchiv Kerpen.
Schaulustige sehen zu, wie die Polizei Jüdinnen und Juden zur Deportation auf Lastwagen verlädt.
Nach der Annexion Österreichs sehen Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.
Foto von Juden, die gezwungen werden, den Bürgersteig zu schrubben
Ausstellung "Einige waren Nachbarn" in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (ÖA), 2019
Foto der ersten beiden Tafeln der Ausstellung "Einige waren Nachbarn" in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle Adolf Hitlers und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen Personen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum nahmen einige mit größtem Eifer an der Verfolgung von Juden teil, während andere Mitläufer waren? Warum haben so wenige den Menschen, die zu Opfern gemacht wurden, geholfen?

Die Ausstellung "Einige waren Nachbarn" des United States Holocaust Memorial Museum fordert uns heraus, über die Motive und Zwänge nachzudenken, die die Entscheidungen und Verhaltensweisen der Menschen in Deutschland und dem von Deutschland dominierten Europa während des Holocaust beeinflussten. Wie reagierten Menschen auf die Not ihrer jüdischen Klassenkameraden, Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen und Freunde? Welche Motive hatten Personen, die mit den Nationalsozialisten kollaborierten? Warum griffen nur wenige ein, als sie Zeugen der Verfolgung wurden?

Anhand von 22 Ausstellungstafeln und Videostationen werden die Intensivierung des Antisemitismus, der Anstieg der Grausamkeit und die Reaktionen der Bevölkerung verdeutlicht. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf die Kollaboration der Bevölkerung in den von Deutschland besetzten Gebieten gelegt. Außerdem werden exemplarisch Schicksale von Opfern der Verfolgung sowie von Personen, die Jüdinnen und Juden Hilfe leisteten, vorgestellt.

Die Ausstellung ist vom 4. November 2019 bis zum 12. Januar 2020 im Foyer der Hauptausstellung in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu sehen.

Begleitprogramm