17.04.2019 Ausstellung

Sonderausstellung „Der lange Weg der Häftlinge aus dem KZ-Außenlager Beendorf“

Sonderausstellung im Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (ÖA), 2019
Foto von zwei Ausstellungstafeln der Sonderausstellung

Seit dem 15. April 2019 ist im Foyer des Studienzentrums in der KZ-Gedenkstätte eine kleine Sonderausstellung der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin zur Räumung des Neuengammer Außenlagers Helmstedt-Beendorf zu sehen.

Die KZ-Häftlinge leisteten seit Frühling 1944 in zwei Salzschächten unter Tage Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie. Als das Lager am 9. April 1945 geräumt wurde, wurden die über 3.000 Frauen und 1.350 Männer in Eisenbahnwaggons gepfercht, um in das Lager Wöbbelin verlegt zu werden. Die Fahrt hatte für viele Häftlinge tödliche Folgen. Während des gesamten Transportes gab es kaum Nahrung oder Wasser.

Vom 13. bis zum 15. April 1945 wurde der Zug auf einem Nebengleis des Bahnhofes Sülstorf abgestellt. Hier erreichte die Situation einen tragischen Höhepunkt. Während des dreitägigen Aufenthalts kamen mehr als 300 Menschen infolge der drangvollen Enge, der mangelnden Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln sowie des brutalen Vorgehens der Bewacher, ums Leben.

Am 15. April 1945 wurden die männlichen Häftlinge in das noch unfertige Steinbarackenlager des KZs Wöbbelin gebracht. Die Frauen verblieben in den Waggons. Erst eine Woche später erreichte der Zug Hamburg, wo die überlebenden Frauen auf die Hamburger Außenlager Eidelstedt, Sasel, Langenhorn/Ochsenzoll und Wandsbek verteilt wurden.

Die meisten Frauen konnten Hamburg am 1. Mai 1945 mit einem Transport nach Schweden verlassen. Die in Hamburg Verbliebenen wurden einige Tage später von britischen Soldaten befreit.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Mai 2019 im Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme jeweils montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr zu sehen.

Website der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin