Eintrag

Titel: Der lange Arm der Gewalt. Das Beispiel einer NS-Täterfamilie
Startdatum: 01.12.2020
Startzeit: 18.00 Uhr
Endzeit: 20.00 Uhr
Beschreibung: 

Willi Tessmann war der letzte Kommandant des Polizeigefängnisses Fuhlsbüttel, das bis 1936 als Konzentrationslager „Kolafu“ firmierte, einem zentralen Ort des NS-Terrors in Hamburg. Der Gärtner Tessmann, geb. 1908, war seit 1932 Mitglied der NSDAP und SS, 1934 wurde er Polizist. Bis zu seiner Beförderung zum Kommandanten 1943 war er mehrere Jahre Wachmann in Fuhlsbüttel. Für die unter seiner Verantwortung begangenen Verbrechen wurde er zum Tode verurteilt und 1948 hingerichtet. Willi Tessmann steht stellvertretend für zahlreiche überzeugte NS-Täter, die das Regime stützten und gezielt ihrer Karriere nachgingen. Welche Folgen hatte dies in den Familien? Wie gehen Nachkommen mit diesem familiären Erbe um? Um die Wirkmechanismen zu verstehen, muss ein genauer Blick auf die Details und ihren jeweiligen Kontext gerichtet werden. Die Erschütterungen in Familienstrukturen auf soziologischer und individueller Ebene können unterschiedlich gravierend sein. Der Vortrag spürt den Wirkmechanismen der NS-Vergangenheit nach und folgt ihren Spuren bis in die Gegenwart. Heiko Tessmann ist Landwirt und Arbeitspädagoge und befasst sich seit 1999 mit der Geschichte seines Großvaters. Seit vielen Jahren spricht er in Schulen und in der Öffentlichkeit. Moderation: Dr. Oliver von Wrochem (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

Der Vortrag findet digital statt.

Anmeldung: christine.eckel@gedenkstaetten.hamburg.de

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