Donnerstag 17. Januar 2019–Sonntag 10. Februar 2019 Ausstellung

Hamburger Rathaus, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

Eine Stadt und ihr KZ – Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945

Eine Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Unterstützung der Hamburgischen Bürgerschaft.

Bis heute gelten Konzentrationslager vor allem als Terrorstätten der SS. Weitere Akteure, die am System dieser Lager und dem Leid der dort inhaftierten Frauen und Männer aus ganz Europa mitwirkten, davon profitierten oder es vorantrieben, geraten dabei oft aus dem Blick. So hatte die Hansestadt Hamburg erheblichen Anteil an der Gründung und dem Ausbau des KZ Neuengamme. Mit einer Million Reichsmark förderte sie 1940 den Bau des zum Lager gehörigen Klinkerwerks, um mit den von KZ-Häftlingen produzierten Ziegeln die Stadt baulich neu zu gestalten. Auch Hamburger Betriebe setzten KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit ein. 

Nach den schweren alliierten Luftangriffen auf Hamburg im Juli und August 1943 mussten Häftlinge des KZ Neuengamme in vielen Stadtteilen Trümmer räumen und Tote bergen. Für die Hamburger Bevölkerung waren sie so öffentlich sichtbar. Der Ausnahmezustand nach den Bombardierungen heizte die Nachfrage nach der Arbeitskraft der KZ-Häftlinge weiter an. Verwaltung und Wirtschaft verlangten nach Gefangenen für Behelfsheimbau, Baustoffgewinnung, Rüstungsproduktion und Werftarbeit. 15 Außenlager des KZ Neuengamme wurden 1944 in Hamburg errichtet. Treibende Kraft waren dabei Hamburger Firmen und städtische Behörden. Hamburgerinnen und Hamburger begegneten KZ-Häftlingen im Alltag auf der Straße, dem Arbeitsweg und im Betrieb.

Die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ – Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“ der KZ-Gedenkstätte Neuengamme thematisiert den umfangreichen Einsatz von Häftlingen des KZ Neuengamme im Zentrum der Stadt und die verschiedenen Akteure, die diesen Einsatz initiierten. Sie wird anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar von der Hamburgischen Bürgerschaft präsentiert und ist vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 im Hamburger Rathaus zu sehen.

Ausstellung im Hamburger Rathaus anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus, 17. Januar bis 10. Februar 2019

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr 
Samstag / Sonntag 10 bis 17 Uhr

(Bitte beachten Sie: Bei speziellen Rathausveranstaltungen kann es zur vorübergehenden Schließung der Ausstellung kommen)

Besucherservice und Katalogverkauf:

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr 
Samstag / Sonntag 10 bis 14 Uhr

Führungen:

Zweistündige Gruppenbegleitungen durch die Ausstellung für Schulklassen (ab Klasse 9) und Erwachsenengruppen können beim Museumsdienst gebucht werden.

Buchung: Telefon: 040 | 4 28 13 10, E-Mail: info@museumsdienst-hamburg.de

Kosten: 35 Euro pro Schulklasse, 50 Euro pro Erwachsenengruppe

Information: Ulrike Jensen (KZ-Gedenkstätte Neuengamme), Telefon: 040 | 4 28 13 15 19

Information für Führungen in Deutscher Gebärdensprache: Martina Bergmann (Museumsdienst Hamburg), Bildtelefon: 040 |  311 08 003

Programm Flyer

Sonntag 20. Januar 2019 11:00–13:00 Führung und Gespräch

Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933–1945

Führung und Gespräch

Führung und Gespräch mit Thomas Mayer

Sonntag 20. Januar 2019 12:00–14:00 Führung und Gespräch

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Plattenhaus/Nähe Klinkerwerk

Das Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Eine Sonntagsführung mit Mitgliedern des Arbeitskreises kirchliche Gedenkstättenarbeit.

Sonntag 20. Januar 2019 14:00–15:30 Führung

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Klinkerwerk

Führung durch das Klinkerwerk im ehemaligen KZ Neuengamme

Bei dieser öffentlichen Führung steht die Klinkerproduktion für die Stadt Hamburg im KZ Neuengamme im Fokus. Welche Pläne hatte die Stadt für die Bebauung des Elbufers und inwieweit war die Stadt bei der Errichtung des Konzentrationslagers beteiligt? Es geht auch um die Arbeit im Konzentrationslager und die Lebensbedingungen der Häftlinge. Während der Führung wird das sonst öffentlich nicht zugängliche Klinkerwerk besucht. 

Treffpunkt: Bushaltestelle „KZ-Gedenkstätte, Klinkerwerk“

Dienstag 22. Januar 2019 17:00–18:00 Führung

Führung durch die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ“

Bei dieser einstündigen öffentlichen Führung durch die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“ stellen die Ausstellungsmacherinnen den umfangreichen Einsatz von Häftlingen des KZ Neuengamme im Zentrum der Stadt vor und nennen verschiedene Akteure, die diesen Einsatz initiierten und davon profitierten. 

Referentinnen: Alyn Beßmann und Lisa Herbst (beide KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

Dienstag 22. Januar 2019 19:00–20:30 Vortrag

Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg

Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945

Bis heute gelten Konzentrationslager vor allem als Terrorstätten der SS. Welche anderen Akteure am System dieser Lager und dem Leid der dort inhaftierten Frauen und Männer aus ganz Europa mitwirkten, davon profitierten oder es vorantrieben, gerät dabei oft aus dem Blick. Die Kuratorinnen der Ausstellung stellen verschiedene Themenbereiche der Ausstellung in ihrem Vortrag vor, setzen den Fokus auf den umfangreichen Einsatz von Häftlingen des KZ Neuengamme im Zentrum der Stadt und stellen die verschiedenen Akteure vor, die diesen Einsatz initiierten. 

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Mahnmal St. Nikolai.

Referentinnen: Alyn Beßmann, Lisa Herbst (beide KZ-Gedenkstätte Neuengamme), Katharina Hertz-Eichenrode (Mahnmal St. Nikolai)

Mittwoch 23. Januar 2019 18:00–19:30 Vortrag

Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg

Sexualität im KZ – Facetten einer erzwungenen Frauenbeziehung

Im Winter 1945 beobachteten die Häftlinge des Frauenaußenlagers Tiefstack mit Faszination und Abscheu die Beziehung zwischen der Aufseherin Anneliese Kohlmann und der Häftlingsfrau Lotte Winter. Auch wenn die meisten Überlebenden Kohlmann als „anständig“ beschrieben, erweckte die lesbische Beziehung Unbehagen, und reflektierte somit Homophobie der Häftlingsgesellschaft.

Anhand Kohlmanns Geschichte und Interviews der Referentin mit einer lesbischen Holocaustüberlebenden des Lagers zeigt Dr. Anna Hájková (University of Warwick), wie über erzwungene und konsensuelle Sexualität im Lager nachgedacht werden kann, und wie eine queere Geschichte des Holocaust es ermöglicht, Machtlosigkeit und Kontrolle der Holocaustopfer zu erkennen.

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem Mahnmal St. Nikolai. 

Sonntag 27. Januar 2019 11:00–12:00 Führung

Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel 1933–1945

„Kolafu“ – ein Ort der Willkür und Gewalt

Von Oktober 1944 bis Februar 1945 nutzte die SS einen Gebäudeteil des KZ Fuhlsbüttel als Außenlager des KZ Neuengamme. Über 200 KZ-Gefangene aus zehn verschiedenen Nationen starben an den Folgen der unmenschlichen Behandlung. Eine Führung durch die Gedenkstätte Konzentrationslager und Strafanstalten Fuhlsbüttel mit Henning Glindemann (Arbeitskreis ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten)

Sonntag 27. Januar 2019 12:00–14:00 Führung

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Haupteingang

ознакомительные экскурсии

Zwischen Auschwitz und Neuengamme. Eine Führung durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme in russischer Sprache mit Antanina Chumakova, Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste aus Minsk.

Между Освенцимем и Нойенгамме. Открытая экскурсия по Мемориальному комплексу "Конц лагерь Нойенгамме" на русском языке с Антониной Чумаковой.  Без предварительной записи. Место встречи центральный вход (информационный центр). Время: 12:00

Sonntag 27. Januar 2019 12:00–14:00 Führung und Gespräch

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Plattenhaus/Nähe Klinkerwerk

Das Gelände der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Eine Sonntagsführung mit Mitgliedern des Arbeitskreises kirchliche Gedenkstättenarbeit.

Sonntag 27. Januar 2019 14:00–16:00 Führung

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Haupteingang

Past, Present and Future

A special English language guided tour in commemoration of Holocaust Memorial Day. This tour will meet at 2pm on Sunday, January 27th at the main entrance to the Neuengamme Concentration Camp Memorial. Your guide is Tamer Said from Jerusalem, a Palestine volunteer of the Action Reconciliation Service for Peace Organisation at the Neuengamme Concentration Camp.

Sonntag 27. Januar 2019 14:00–16:00 Führung

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Haupteingang

Jüdische Häftlinge im KZ Neuengamme

Jüdische KZ-Häftlinge standen in der von der SS eingeführten Hierarchie der Häftlingsgruppen ganz unten. Insgesamt waren im KZ Neuengamme und den Außenlagern ungefähr 13.000 Jüdinnen und Juden inhaftiert. Ihr Schicksal steht am heutigen Holocaust-Gedenktag im Mittelpunkt der öffentlichen Führung mit Freya Ziegelitz.

Sonntag 27. Januar 2019 18:00–20:00 Podiumdiskussion

Haus des Sports, Schäferkampsallee 1, 20357 Hamburg

Fußball im Nationalsozialismus. Gesellschaftliche Verantwortung im Sport

"Wir müssen den Mut haben nicht wegzuschauen" Eine Diskussion über gesellschaftspolitische Verantwortung im Sport  

Vorgestellt wird ein Jugendprojekt zu „Fußball im Nationalsozialismus“, das der HSV und die KZ-Gedenkstätte Neuengamme anlässlich des Erinnerungstages im deutschen Fußball !Nie wieder durchgeführt haben. Im Anschluss wird in einem Podiumsgespräch darüber diskutiert, wie aktuellen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Fußballstadion begegnet werden und welche Rolle die Erinnerung an den Nationalsozialismus dabei spielen kann. Es diskutieren Torkel Wächter, Sohn des ehemaligen HSV-Spielers Walter Wächter, der als Kommunist und Jude von den Nationalsozialisten verfolgt wurde; Paula Scholz, die als freie pädagogische Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme einen Studientag zum Thema „Fußball in den Konzentrationslagern und in der nationalsozialistischen Gesellschaft“ erarbeitet hat; ein Vertreter des HSV-Präsidiums, der zur Bedeutung von Werten im Sport und der gesellschaftspolitischen Verantwortung des HSV Stellung bezieht; sowie Robert Claus, der zu den Themen Vielfalt und Antidiskriminierung im Fußball forscht und publiziert. Das Gespräch wird moderiert von Cornelius Göbel (HSV).

Eine Kooperationsveranstaltung des HSV, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und des Netzwerks Erinnerungsarbeit.

Eintritt frei

Dienstag 29. Januar 2019 11:00–12:30 Führung

Hamburger Rathaus, Diele

Führung in DGS durch die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ“

Führung durch die Ausstellung „Eine Stadt und ihr KZ: Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945“ in Deutscher Gebärdensprache.

Referentin: Martina Bergmann (Museumsdienst Hamburg)

Mittwoch 30. Januar 2019 18:00–19:30 Vortrag

Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg

Hamburger Wirtschaft und KZ-Außenlager

Die britischen Luftangriffe auf Hamburg vom 25. Juli bis zum 3. August 1943 führten zu einem riesigen Maß an Verwüstung. Zugleich kam es zu einer Machtverschiebung in der Stadt zugunsten des sicherheitspolizeilichen Apparates und der Industrieabteilung der Gauwirtschaftskammer unter Leitung von Rudolf Blohm (Blohm & Voss). Beide Stellen trugen zum Einsatz von KZ-Häftlingen in der „toten Zone“ bei. Im Frühjahr 1944 waren die größten Schäden behoben und die Hamburger Wirtschaft versuchte noch einmal, ihre Rüstungsproduktion zu steigern. Dafür kamen nun massenhaft KZ-Häftlinge zum Einsatz, was zuvor in staatlichen und wirtschaftlichen Gremien breit diskutiert wurde.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Handelskammer Hamburg.

Referent: Dr. Marc Buggeln (Humboldt-Universität Berlin)

Donnerstag 31. Januar 2019 18:00–20:00 Podiumdiskussion

Haus der Patriotischen Gesellschaft, Kirchhof-Saal, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg

Hamburgs Umgang mit dem NS-Erbe

Welche Rolle Wirtschaft, Bürgertum und Politik bei der Deportation der jüdischen Bevölkerung Hamburg spielten, bei der Ausnutzung der Arbeitskraft von KZ-Häftlingen, bei der Kapitulation Hamburgs 1945 ist bekannt und aufgearbeitet – oder doch nicht? Welche Legenden leben heute noch im Gedächtnis der Stadt und warum? Welche Fragen nach Ursachen, Triebkräften und Verantwortung sind noch nicht gestellt?

Wie Hamburg in Vergangenheit und Gegenwart die eigene Vergangenheit aufarbeitet ist Thema einer Diskussionsrunde mit PD Dr. Kirsten Heinsohn (Forschungsstelle für Zeitgeschichte), Prof. Dr. Franklin Kopitzsch (Universität Hamburg), Prof. Dr. Malte Thießen (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte Münster), Dr. Detlef Garbe (KZ-Gedenkstätte Neuengamme). Die Podiumsdiskussion wird moderiert von Carmen Ludwig (Körber-Stiftung). Begrüßung durch Dr. Willfried Maier, 1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Patriotischen Gesellschaft. Eine Anmeldung wäre wünschenswert unter info@patriotische-gesellschaft.de