03.05.2018 Nachricht

Wir trauern um Wim Aloserij

Wim Alosery Foto: Thomas Lorenzen (Stiftung Nordfriesland), 2017
Wim Alosery in Husum-Schwesing Foto: Thomas Lorenzen (Stiftung Nordfriesland), 2017

Mit großer Trauer erfüllt uns heute der Tod unseres Freundes Wim Aloserij am gestrigen Abend. Er war am Montag aus den Niederlanden nach Hamburg gereist, um auch in diesem Jahr an den Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Befreiung teilzunehmen.

Wim war 1944 über das Lager Amersfoort ins KZ Neuengamme gekommen. Er musste im Industriehof und später im Außenlager Husum-Schwesing für das vom Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann koordinierte Projekt des sogenannten Friesenwalles schwerste Zwangsarbeit leisten. Bei Kriegsende war er Teil des so genannten Restkommandos des KZ Neuengamme, dessen Auftrag es war, die Spuren der Verbrechen zu verwischen. Heute vor 73 Jahren gehörte er dann zu den wenigen Häftlingen, die die Bombardierung und den Untergang der KZ-Schiffe in der Lübecker Bucht überleben konnten. Noch vorgestern hat er uns in einem lebensgeschichtlichen Videointerview davon berichtet. 

Das am 4. April 2018 in Amersfoort präsentierte Buch „De laatste Getuige“ (Der letzte Zeuge) mit seinen Lebenserinnerungen fand in den Zeitungen und Fernsehsendern der Niederlande in den vergangenen Wochen sehr viel Aufmerksamkeit. Trotz seines hohen Alters von fast 95 Jahren war Wim Aloserij noch erstaunlich vital, präsent und humorvoll. Und doch ist es gestern Abend passiert: Er legte sich schlafen und wachte nicht wieder auf. Als gläubiger Zeuge Jehovas wird er auch darin eine Fügung Gottes gesehen haben, dem er durch sein Tun, Gebet und Zeugnisgeben für seine zweite Geburt heute vor 73 Jahren immerfort dankte.

Wir haben einen Freund verloren. Unsere Gedanken sind bei Wim und seiner Familie.