31.08.2018 Seminar

Neuer Studientag: Fußball in den Konzentrationslagern und in der nationalsozialistischen Gesellschaft

Luftwaffen-Sportverein Groß-Hamburg, Finalspiel im Tschammerpokal 1943. Quelle: Ralf Klee, Lauenburg Quelle: Ralf Klee, Lauenburg
Luftwaffen-Sportverein Groß-Hamburg, Finalspiel im Tschammerpokal 1943. Quelle: Ralf Klee, Lauenburg
Tafel der Ausstellung "Fußball im Nationalsozialismus"
Ausschnitt aus einer Ausstellungstafel

Ab Oktober 2018 können an Fußball interessierte Gruppen den Studientag "Fußball in den Konzentrationslagern und in der nationalsozialistischen Gesellschaft" buchen. Das Angebot des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme richtet sich vor allem an Fußballfangruppen, aber auch an Fußballmannschaften, Vereins- sowie Verbands-Mitarbeitende und an Fußball interessierte Schulklassen.

Im Zentrum des Studientages stehen Biografien von Opfern und von Tätern des NS-Regimes. Teilnehmende erarbeiten sich Bedeutungen und Funktionen des Fußballs im Kontext der nationalsozialistischen Lager und der NS-Gesellschaft. Der Studientag verdeutlicht, dass sich große Teile der deutschen Gesellschaft in vorauseilendem Gehorsam den ideologischen Vorstellungen des NS-Regimes anpassten.

Während sich die bürgerlichen Fußballvereine und ihre Funktionäre im Nationalsozialismus bereits früh und oft ohne staatlichen Zwang gleichschalteten, verbot das NS-Regime Arbeiter- und Arbeiterinnensportvereine und später auch jüdische Vereine. Deren Mitglieder, Spielerinnen und Spieler, Funktionäre und Funktionärinnen wurden aus antisemitischen, rassistischen oder politischen Gründen verfolgt und teilweise ermordet.

Die Fußballspiele auf dem Appellplatz des KZ Neuengamme und in anderen Lagern bieten Anknüpfungspunkte, um den Alltag der Verfolgten wie auch die Lagerstruktur, Arbeitskommandos und den Häftlingsalltag im Konzentrationslager zu thematisieren. 

Der DFB war schon vor 1933 nationalistisch und völkisch geprägt und passte sich schnell an. Die Funktionäre blieben nach Machtantritt des Regimes überwiegend im Amt, und auch nach 1945 gab es keine gravierenden personellen Konsequenzen. Insgesamt erfolgte die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit im Fußball erst spät. Bis heute gibt es Diskussionen in den Fußballfankurven über die eigene (un)politische Ausrichtung – ein Thema, über das im Studientag mithilfe von Fallbeispielen ebenfalls diskutiert wird.

Der Studientag ist auf sieben Stunden ausgelegt, wobei auf Nachfrage auch fünf- oder sechsstündige Formate buchbar sind. Der Studientag ist für eine Gruppengröße von 10–20 Teilnehmende geeignet

Interessierte wenden sich bitte an Dr. Susann Lewerenz, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienzentrum, Tel. 040 428 131 536, E-Mail: Susann.Lewerenz@bkm.hamburg.de.

Schlagworte: Fußball (2)