10.10.2018 Konferenz

Ankündigung der Tagung „Militär und Stadt im Krieg“

Füsilier Herbert Klein mit seiner Mutter. Herbert Klein, geb. 1922, wurde vom Gericht der Division Nr. 490 wegen Desertion zum Tode verurteilt und am 10. März 1945 am Standortschießplatz Hamburg-Höltigbaum erschossen. Foto: privat, 1941-1944 (ANg F 2016-26)
Füsilier Herbert Klein mit seiner Mutter. Herbert Klein, geb. 1922, wurde vom Gericht der Division Nr. 490 wegen Desertion zum Tode verurteilt und am 10. März 1945 am Standortschießplatz Hamburg-Höltigbaum erschossen. Foto: 1941-1944, ANg F 2016-26.
Gericht des Admirals der Kriegsmarinedienststelle Hamburg, Ballindamm 25 Foto: Staatsarchiv Hamburg, undatiert.
Foto des Gerichts des Admirals der Kriegsmarinedienststelle Hamburg am Ballindamm

Am 22./23. November 2018 richten wir eine Tagung mit dem Titel „Militär und Stadt im Krieg. Herrschaftssicherung und Radikalisierung der NS-Herrschaft in der zweiten Kriegshälfte“ aus.

Die Tagung bildet den Abschluss des von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur geförderten Forschungsprojektes „Militärjustiz und Stadt im Krieg. Die Gerichte des Ersatzheers in Hamburg und Norddeutschland 1939-1945“. Das Projekt ist seit März 2016 am Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte angesiedelt und beschäftigt sich unter anderem mit der Verquickung von Wehrmachtgerichtsbarkeit und zivilen Instanzen in Hamburg.

Die Tagung wird veranstaltet in Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Hamburg und der Evangelischen Akademie der Nordkirche.  

Veranstaltungsort: Universität Hamburg, Verwaltungsgebäude, Seminarraum EG, Mittelweg 177, 20148 Hamburg

Wir möchten auf drei Panels untersuchen, auf welche Weise das NS-Regime seine Herrschaft bis zum Ende des Krieges sicherte und die Militarisierung der Gesellschaft vorantrieb:

  • Welche Auswirkungen hatten militärische Ereignisse des näher rückenden Krieges wie der Bombenkrieg auf die zivile, städtische Gesellschaft und den Erhalt der „Volksgemeinschaft“? Wie gelang es den Nationalsozialisten, ihre Herrschaft bis zum Schluss auch an der „Heimatfront“ zu sichern?

  • Welche Handlungsräume blieben in der zweiten Kriegshälfte den aus der „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossenen Personen im urbanen Raum und auf welche Weise agierten die Verfolgungsinstanzen des Regimes? Wie kommunizierten und interagierten die Akteure miteinander und wie sah das im besetzten Frankreich aus?

  • Wie wirkte sich die Radikalisierung der Wehrmachtjustiz an der „Heimatfront“ aus und wie war das Verhältnis der Wehrmacht zu Zivilpersonen?

Der Teilnahmebeitrag inkl. Tagesverpflegung beträgt pro Person 40,- Euro (erm. 20,- Euro).

Anmeldungen bitte bis zum 12.11.2018 bei Nathalie Döpken, Tel. 040 428 131 543, studienzentrum@bkm.hamburg.de

Programm

 

Im Rahmen der Tagung, am 22. November um 19.00 Uhr, veranstaltet die KZ-Gedenkstätte Neuengamme eine Buchvorstellung. Der Öffentlichkeit präsentiert wird die Publikation „‚Rücksichten auf den Einzelnen haben zurückzutreten‘. Hamburg und die Wehrmachtjustiz im Zweiten Weltkrieg“, hg. von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

Vorgestellt werden neueste Forschungen zum Thema NS-Militärjustiz: Der Sammelband vereint Beiträge zur Topographie der Wehrmachtjustiz in Hamburg, zu den Verurteilten, den Richtern und ihrer Urteilspraxis. Zur Sprache kommen Kontinuitäten in der Justiz nach 1945 und das damit zusammenhängende Ausblieben von Entschädigungen sowie der lange Weg zur Realisierung des Gedenkortes für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz in Hamburg. 

Diese Veranstaltung kann auch unabhängig von der Tagung besucht werden, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Tagung und zur Buchvorstellung entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programm.

Programm

Schlagworte: Militärjustiz (9)