19.06.2017 Nachricht

Repressalien und Terror. Neuer Sammelband erschienen zu "Vergeltungsaktionen" im deutsch besetzten Europa 1939-1945.

Namen wie Oradour und Lidice stehen stellvertretend für jene NS-Verbrechen, die im deutsch besetzten Europa als angebliche "Vergeltung" für Widerstandstätigkeiten gerechtfertigt wurden. Der Band bündelt den Forschungsstand zu dieser Repressalienpolitik, die in einigen Ländern genozidale Formen annahm.

Vorgestellt werden Ereignisse, Opfer, Täter und Formen der Erinnerung an die deutschen Verbrechen in Belarus, Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden, Österreich, Serbien, Tschechien und der Ukraine. Gefragt wird nach dem Zusammenhang der Aktionen mit der jeweiligen Besatzungspraxis, nach den sozialen Dynamiken vor Ort, aber auch danach, welche politischen und administrativen Ebenen beteiligt waren. Es zeigt sich, dass den verübten Verbrechen unterschiedliche Motivationen zugrunde lagen, die teils weltanschaulichen, teils militärischen Zielen folgten. Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Interessen, variierende Ausrichtungen und Veränderungen der Besatzungspolitik, die Akteure sowie die Ziele in den einzelnen Regionen und Ländern werden vergleichend miteinander in Beziehung gesetzt.

Der Herausgeber Dr. Oliver von Wrochem ist stellvertretender Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Leiter des Studienzentrums der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Der Sammelband ist in unserem Buchshop vor Ort zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte zu erwerben oder online bestellbar in unserem Shop.