Archiv
Das seit der Eröffnung des Dokumentenhauses 1981 sukzessiv aufgebaute Archiv der KZ-Gedenkstätte Neuengamme umfasst neben Originalschriftgut aus der Lagerregistratur eine umfangreiche Sammlung von Duplikaten andernorts verwahrter Dokumente sowie einen bedeutenden Bestand von Nachlässen, Erinnerungsberichten und Interviewaufzeichnungen, hierzu gehören auch einige Dokumente von NS-Institutionen, Dokumente von Behörden der britischen Besatzungsmacht bzw. der beiden deutschen Staaten nach 1945.
Wie überall steht Schriftgut aus der NS-Zeit selbst nicht in großem Umfang zur Verfügung. Auch die Konzentrationslager - SS in Neuengamme versuchte im April 1945, die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen und ließ ihre Aktenregistratur von Häftlingen vernichten.
Einige der damit in den letzten Apriltagen des Jahres 1945 beauftragten Häftlinge versteckten jedoch einen Stapel von Totenbüchern und Laborbüchern des Krankenreviers. Diese Unterlagen sind, von einigen Sterberegistern des Lagerstandesamt der SS im heutigen Standesamt Bergedorf abgesehen, die bedeutendsten der erhaltenen Überreste der Verwaltung des KZ Neuengamme.
Im Archiv befinden sich Schriftdokumente, Erinnerungsberichte, ein Video- und Audioarchiv, Fotos, Pläne, eine Sammlung gegenständlicher Objekte, Zeichnungen, Presseausschnitte.
Die wichtigsten Bestände sind:
- Reproduktionen aus dem Britischen Nationalarchiv über Ermittlungen von Kriegsverbrechen im KZ Neuengamme und den 86 Außenlagern,
- Einschlägige Ermittlungsakten diverser bundesdeutscher Staatsanwaltschaften, des ehemaligen Ministeriums der Staatssicherheit der DDR gegen ehemaliges KZ-Personal,
- Häftlingsberichte und lebensgeschichtliche Interviews,
- Photos (Anzahl: 28000),
- Plakate,
- Pläne,
- dreidimensionale Originalrelikte,
- Tonträger,
- Filme (Anzahl: 2000).
Das Archiv der Gedenkstätte ist werktags von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr nach vorheriger Anmeldung zugänglich.


