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Hannover-Limmer

Am 25. Juni 1944 erreichte ein Transport mit 266 weiblichen Häftlingen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück das Frauenaußenlager Hannover- Limmer an der Wunstorfer Straße, unweit des Continental-Werkes. Die Frauen – zum größten Teil Französinnen und Russinnen – arbeiteten im Continental Gummiwerk im Rahmen des Brandt-Geräte-Programms. Auf Initiative des Generalbevollmächtigten für den zivilen Gasschutz Brandt wurden ab Frühjahr 1944 zum Schutz der Zivilbevölkerung vor befürchteten Gasangriffen verstärkt Gasmasken produziert. Das Lager unterstand zunächst bis zum 31.8.1944 dem KZ Ravensbrück. Im Zuge einer Neuzuordnung der Frauenaußenlager wurde es ab dem 1.9.1944 dem KZ Neuengamme unterstellt.

Vermutlich im Dezember 1944 und Anfang Januar 1945 kamen aus den Außenlagern Salzgitter und Hannover-Langenhagen weitere weibliche Gefangene nach Hannover-Limmer. Im Oktober/ November 1944 kamen weitere 250 Französinnen, vermutlich ebenfalls aus Salzgitter, hinzu. Aus diesem Grund wurde das Lager um zusätzliche Baracken erweitert. Schließlich wurden im Dezember 1944 rund 50 kranke und schwache Frauen ebenfalls von Salzgitter nach Hannover-Limmer verlegt. Nachdem im Januar 1945 in Langenhagen ein anderes Außenlager von Neuengamme beiden Binker Eisenwerken ausgebombt worden war, wurden die rund 500 weblichen polnischen Häftlinge, die dort untergebracht internier gewesen waren, ebenfalls nach Limmer überführt.

Das für knapp 300 Personen ausgelegte Lager musste nun über 1000 Frauen aufnehmen. Ein Teil von ihnen wurde zur Beseitigung von Bombentrümmern im Stadtgebiet von Hannover bzw. zur Munitionsproduktion in den Brinker Eisenwerken eingesetzt.

Im März 1945 übernahm SS-Hauptsturmführer Otto Thümmel die Leitung des Frauenaußenlagers Hannover-Limmer. 

Anfang April 1945 wurde das Außenlager Hannover-Limmer geräumt. Zu Fuß mussten die Frauen am 6. April Hannover in Richtung Bergen-Belsen verlassen, wo sie am Abend des 8. April 1945 ankamen. Wie viele Frauen auf dem Marsch und in den folgenden Tagen in Bergen-Belsen ums Leben kamen, ist nicht bekannt.

Zeitraum

25. Juni 1944 bis 6. April 1945

Anzahl

1011 Frauen

Art der Arbeit

Produktion von Gasmasken (im Rahmen des Brandt-Geräte-Programms), Trümmerbeseitigung

Auftraggeber

Continental-Gummiwerke AG

Hannover-Limmer

Französische Häftlinge des Frauen-KZs Limmer nach ihrer Befreiung. Entgegen des bisherigen Forschungsstandes wurde das Foto nicht in Bergen-Belsen, sondern vermutlich (wie in der Bildunterschrift aus einem belgischen Foto-Kalender angegeben) in Limmer aufgenommen. (Quelle: Historisches Museum Hannover)

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