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Hamburg-Rothenburgsort

Zwischen November 1944 und dem 11. April 1945 bestand in der Schule im Bullenhuser Damm – mitten im ausgebombten Sperrgebiet von Rothenburgsort – ein Außenlager des KZ Neuengamme. Die Stadt Hamburg hatte der SS eigenen Firma Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH das Schulgebäude zur Unterbringung von Häftlingen zur Verfügung gestellt. Vermutlich Ende November 1944 begann ein Vorauskommando mit dem Umbau der Schule zum Außenlager. Anschließend wurden die Häftlinge nach Rothenburgsort gebracht, wo sie überwiegend zu Bauarbeiten eingesetzt wurden. Sie mussten aus Trümmerschutt Steine und Platten herstellen. Im Bericht des SS Standortarztes des KZ Neuengamme, Dr. Trzebinski, vom 29. März 1945 wird für den 25. März 1944 für das Außenlager eine Belegungsstärke von 592 Männern angegeben. Möglicherweise waren es aber deutlich mehr Häftlinge, denn das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt hatte dem Werk die Bereitstellung von tausend Häftlingen zugesagt. Die Häftlinge stammten überwiegend aus Polen und der Sowjetunion. Nach Auflösung des Außenlagers zwischen dem 9. und 11. April 1945 transportierte die SS die Männer in das Kriegsgefangenenlager Sandbostel.

In der Nacht vom 20. auf den 21. April 1945 war das zehn Tage zuvor geräumte Außenlager Ort eines Massenmordes: SS Männer ermordeten 20 jüdische Kinder im Keller des Schulgebäudes. An den fünf- bis zwölfjährigen Kindern hatte der SS Arzt Dr. Kurt Heißmeyer zuvor im Konzentrationslager Neuengamme medizinische Experimente durchgeführt. Mit den Kindern wurden vier weitere Häftlinge, zwei Niederländer und zwei französische Ärzte, die sie im KZ Neuengamme betreut hatten, erhängt. In derselben Nacht wurden mindestens 24 weitere sowjetische Häftlinge, die u.a. aus dem Außenlager Spaldingstraße geholt wurden, ebenfalls dort ermordet.

Leiter des Außenlagers war SS Oberscharführer Ewald Jauch. 

Zeitraum

November 1944 bis 9./11. April 1945

Anzahl

1000 Männer

Art der Arbeit

Trümmerbeseitigung, Verarbeitung von Trümmerschutt, Aufräumungsarbeiten

Auftraggeber

Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH

Hamburg-Rothenburgsort

Als eines von wenigen Gebäuden in Rothenburgsort blieb das Schulgebäude am Bullenhuser Damm bei den Bombenangriffen des Sommers 1943 weitgehend unzerstört, während der Stadtteil in Schutt und Asche versank. Daraufhin trat die Stadt das Gebäude an die SS ab, die dort ein Außenlager des KZ Neuengamme errichtete.

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