Das erste Gefängnis auf dem ehemaligen KZ-Gelände, errichtete die Stadt Hamburg 1948 im Bereich des früheren Schutzhaftlagers. Ende der 1960er Jahre entstand eine weitere Haftanstalt an dem Ort, wo sich die Tongruben befanden, die unter unmenschlichsten Arbeitsbedingungen für die Klinkerproduktion im Konzentrationslager genutzt worden waren.
Der historische Ort war durch diese Gefängnisnutzung für die Öffentlichkeit unzugänglich geworden, damit wurde auch ein Gedenken an die Opfer verwehrt.
Erst im Laufe vieler Jahre konnte eine Gedenkstätte entstehen, gegen starke Widerstände musste sie durchgesetzt werden. Proteste der ehemaligen Häftlinge und ihrer Verbände und öffentliche Kritik an der geschichtsverdrängenden Nutzung des Geländes führten erst in den 1980er-Jahren zu einem Umdenken in der Politik.
1953 und 1965 entstanden am Rande des Geländes erste Mahnmale, 1981 das erste Ausstellungsgebäude, das Dokumentenhaus. Im Juli 1989 beschloss der Hamburger Senat endlich, die „Justizvollzugsanstalt Vierlande“ an einen anderen Standort zu verlagern, damit „die Würde dieser Stätte“ nicht weiterhin durch eine Nutzung zu Vollzugszwecken „überschattet“ bleibt. Vom Beschluss 1989, mit der JVA XII das erste der Gefängnisse zu verlagern, bis zum Abriss 2003 vergingen noch einmal 14 Jahre.
2006, nach beinahe 60 Jahren Strafvollzug auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers, wurde das letzte Gefängnis, die JVA IX, auf diesem Gelände geschlossen.
Diese Ausstellung stellt Hintergründe und Umstände der Errichtung und des späteren Abrisses der beiden Gefängnisse dar.

