Foto des Ausstellungsraums mit den Biografien der Kinder in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012.
Ausstellungsraum mit den Biografien der Kinder in der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2012. (ANg 2014-471)

Gedenkstätte Bullenhuser Damm

Gedenkstein im Rosengarten der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2013. (ANg 2014-472)
Foto des Gedenksteins im Rosengarten der Gedenkstätte Bullenhuser Damm. Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 2013.

Im KZ Neuengamme führte der SS-Arzt Dr. Kurt Heißmeyer Tuberkulose-Versuche an Häftlingen durch. Zum selben Zweck ließ er im November 1944 zehn Jungen und zehn Mädchen aus dem KZ Auschwitz holen. Sie waren zwischen 5 und 12 Jahren alt. Betreut wurden die Kinder von zwei französischen Häftlingsärzten und zwei niederländischen Häftlingspflegern, die als Widerstandskämpfer inhaftiert waren. Um das Verbrechen zu verbergen, ermordeten SS-Männer die Kinder und ihre vier Betreuer: Wenige Tage vor Kriegsende wurden sie in eine zuletzt als KZ-Außenlager genutzte Schule am Bullenhuser Damm im kriegszerstörten Stadtteil Rothenburgsort gebracht und dort in der Nacht des 20. April 1945 im Keller ermordet. In derselben Nacht wurden dort mindestens 24 weitere sowjetische KZ-Häftlinge erhängt.

Die „Gedenkstätte Bullenhuser Damm und Rosengarten für die Kinder vom Bullenhuser Damm“ erinnert an die Opfer dieses Verbrechens. Die Gedenkstätte wurde 1980 auf private Initiative durch die Vereinigung „Kinder vom Bullenhuser Damm“ eröffnet. 1999 wurde sie in städtische Trägerschaft übernommen und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme angegliedert. Die 2011 neu eröffnete Dauerausstellung (deutsch, englisch) informiert über den Ort als Schule und als Außenlager des KZ Neuengamme, über die medizinischen Experimente, die Opfer, die Morde, die Täter und den Umgang mit dem Verbrechen nach 1945. Im Rosengarten hinter dem Schulhof können Rosen zum Gedenken an die Ermordeten gepflanzt werden. Seit 1985 erinnert dort eine Bronzeplastik von Anatoli Mossitschuk an die sowjetischen Häftlinge.

Adresse:
Bullenhuser Damm 92
20539 Hamburg
(S-Bahnhof Rothenburgsort, S2, S21)