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hamburg.de

2007

"Die Zeichnung überlebt ..."
Bildzeugnisse von Häftlingen des KZ Neuengamme.

Eine Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, in Zusammenarbeit mit Dr. Maike Bruhns und der Hamburgischen Bürgerschaft.

Ein Häftling, ein ungarischer Jude, der zusammen mit 600 anderen aus Budapest in das KZ Neuengamme gekommen war, sagte eines Tages, als von ihnen nur noch 23 übrig waren: ‚Wir sind nicht ewig. Ewig ist nur das Wort, die Zeichnung, das rätselhafte Zeichen’. Er fügte hinzu: ‚Wir werden überleben, weil die Worte überleben. Töte uns, lösche uns aus. Das Wort, die Zeichnung überlebt immer’.

Bei Kriegsende versuchten die Nationalsozialisten, die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Dafür steht die Geschichte des Konzentrationslagers Neuengamme in besonderer Weise. Das Lager wurde geräumt und die Akten überwiegend vernichtet.

Einige Lager-Unterlagen konnten jedoch von Häftlingen gerettet werden, so gelang es z. B. dänischen und norwegischen Häftlingen im April 1945 mit den „Weißen Bussen“ des Schwedischen Roten Kreuzes, Dokumente, Blockbücher und auch Zeichnungen aus dem Lager herauszuschmuggeln. Den Berichten der Überlebenden und den aus der Lagerzeit überlieferten Zeugnissen kommt besondere Bedeutung zu.

Die in größerer Zahl vorhandenen Zeichnungen stellen eine zentrale Quelle für die Aufarbeitung der Geschichte des Konzentrationslagers Neuengamme dar, deren Wert von der Forschung allerdings lange Zeit verkannt wurde. Zeichnungen wurden allenfalls zur Illustration in Büchern und Ausstellungen genutzt, eine detaillierte Untersuchung auf ihren eigenen Aussagegehalt, die Hintergründe ihrer Entstehung und ihren Kontext fand nicht statt.

Außer den Namen war oftmals nichts über die Zeichner bekannt.

In der Ausstellung „Die Zeichnung überlebt…“ werden ausschließlich Zeichnungen aus dem Konzentrationslager Neuengamme oder seinen Außenlagern gezeigt, die von Häftlingen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, der Sowjetunion und Ungarn stammen. Sie werden jeweils mit ihrer Biografie und mit Informationen über ihre künstlerische Ausbildung vorgestellt.

Das Zitat „Die Zeichnung überlebt…“ stammt von dem dänischen Zeichner und Überlebenden des KZ Neuengamme Per Ulrich.

Außerdem wird zur Ausstellung unter dem gleichen Titel ein Begleitband in der „Edition Temmen“ (Bremen) erscheinen. Das 376-seitige Buch, dessen Texte gegenüber der Ausstellung wesentlich erweitert sind, stellt mit mehr als 280 abgebildeten Zeichnungen ein fast komplettes Werkverzeichnis dar. Von der Autorin Dr. Maike Bruhns werden 19 Häftlinge aus 7 Ländern, die im KZ Neuengamme und den Außenlagern gezeichnet haben, porträtiert und mit ihren Arbeiten vorgestellt. Die Herausgabe dieses Buches wurde ermöglicht durch ein Vermächtnis des 2005 verstorbenen Hamburger Malers und Kunsterziehers Theo Wilhelm. Maike Bruhns legt mit der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse sowie der Zusammenstellung der Zeichnungen ein Buch vor, das fortan als wichtige Quellenedition zur Geschichte des Konzentrationslagers Neuengamme gelten kann. Zugleich setzt sie damit den Häftlingen, die im KZ Neuengamme und den Außenlagern gezeichnet haben, den porträtierten wie den unbekannten Zeichnern, deren Arbeiten nicht überliefert worden sind, ein Denkmal.


 

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Die Zeichnung überlebt.

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